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Bei einer Pandemie schneller reagieren und besser helfen zu können: Das ist das Ziel eines neuen Forschungszentrums in Penzberg. Wissenschaft und Praxis sollen hier eng kooperieren - Bund und Land steuern dafür zweistellige Millionenbeträge bei.

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Startschuss für Pandemie-Forschungszentrum in Penzberg

Bei einer Pandemie schneller reagieren und besser helfen zu können: Das ist das Ziel eines neuen Forschungszentrums in Penzberg. Wissenschaft und Praxis sollen hier eng kooperieren - Bund und Land steuern dafür zweistellige Millionenbeträge bei.

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Von
  • Lui Knoll
  • Margit Siller
  • BR24 Redaktion

Das Immunsystem spielt eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung von Covid-19. Und auch bei gut 80 Prozent aller chronischen Erkrankungen dürfte dem Immunsystem eine Schlüsselrolle zukommen. In Penzberg, im Landkreis Weilheim-Schongau, sollen nun die deutschlandweiten Kompetenzen der Immunforschung gebündelt werden: in einem großen Forschungscampus für Infektions- und Pandemieforschung.

80 Millionen Euro für die Immunforschung

Zusammen mit der Ludwig-Maximilians-Universität in München und der Firma Roche Diagnostics will die Fraunhofer-Gesellschaft die Rolle des Immunsystems bei Infektionserkrankungen untersuchen und neue Diagnose- und Testverfahren entwickeln. 40 Millionen Euro dafür kommen vom Bund, weitere 40 Millionen Euro - in Etappen - vom Freistaat Bayern. Die Einrichtung soll am Ende der Aufbauphase rund 50 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben. Geplant ist ein neues Gebäude unweit des Roche-Standorts im Norden von Penzberg.

Enger Austausch bei der Grundlagenforschung

Bis das Konzept fertig ist und mit dem Bau begonnen werden kann, wird parallel dazu erarbeitet, wie genau die medizinische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der benachbarte Pharmakonzern Roche zusammenarbeiten werden.

Die Nähe der Uniklinik sei wichtig, so Thomas Gudermann, Prodekan der medizinischen Fakultät: Um die Zusammenhänge von Immun- und Infektionskrankheiten zu verstehen, müssten schnell Patientinnen und Patienten rekrutiert werden können. "Wir haben alle in der Pandemie schmerzlich erfahren, wie wichtig Einsichten in die Immunantworten von Infizierten sind", so Gudermann.

Drei weitere Standorte komplettieren das Netzwerk

Das gesamte Netzwerk, das unter dem Dach der Fraunhofer-Gesellschaft entstehen soll, umfasst weitere Standorte. In Hamburg sollen einfach messbare Biomarker identifiziert werden, um bei immunologischen Erkrankungen die Wirksamkeit therapeutischer Ansätze zu erfassen. In Potsdam sollen praktische Anwendungen für digitale Diagnostik erforscht werden, um eine telemedizinische Breitenversorgung der Bevölkerung zu ermöglichen. In Berlin geht es um die Entschlüsselung von Mechanismen bei allergischen Erkrankungen, um hier neue diagnostische und therapeutische Ansätze zu entwickeln.

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