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Uni Erlangen: Sport hilft bei fortgeschrittener Krebserkrankung | BR24

© dpa/pa, Henning Kaiser

Elektromyostimulations-Anzug

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    Uni Erlangen: Sport hilft bei fortgeschrittener Krebserkrankung

    Sport für Krebs-Patienten ist so wichtig wie die Einnahme von Medikamenten. Die Wirkung von Bewegung auf die Erkrankung wurde vielfach durch Studien bestätigt. Ob Sport auch im fortgeschrittenen Stadium hilft, hat die Uni Erlangen untersucht.

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    Sport und Bewegung scheinen neben den verschiedenen positiven Auswirkungen auf Körper und Geist auch einen direkten Einfluss auf die Entstehung und das Fortschreiten einer Krebserkrankung zu haben. Zu dem Schluss kommt ein Forscherteam der Uni Erlangen. Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "The Journal of Physiology" veröffentlicht.

    Botenstoff hilft bei Krebsbekämpfung

    Bewegt sich der Mensch, sondert er sogenannte Myokine ab. Das sind Botenstoffe, die bei Bewegung oder Kontraktion des Muskels ausgeschüttet werden. Die Myokine haben eine entzündungshemmende Wirkung. Es gibt bereits Studien, die zeigen, dass bei Krebserkrankten im Frühstadium solche Myokine das Wachstum von Krebszellen beeinflusst.

    Erlanger Forscher untersuchen körpereigenen Stoff

    Das Erlanger Forschungsteam konnte nun erstmals zeigen, dass die schonende, aber effektive Trainingsmethode der Ganzkörper-Elektromyostimulation, bei Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung Myokine ausschüttet, die das Wachstum von malignen Tumorzellen verhindern und gleichzeitig deren Zelltod verstärken. Dabei werden die Muskeln künstlich aktiviert mit niedrigem Reizstrom.

    Reizstrom fördert Produktion des Botenstoffs

    Auch Hochleistungssportler wenden Elektromyostimulation an. Dabei werden auf die Hautoberfläche im Bereich der Muskelpartien Elektroden aufgesetzt, von denen elektrische Impulse ausgehen. Diese stimulieren die Fasern und bringen den Muskel dazu, sich zusammenzuziehen.

    Studie wird fortgesetzt

    Für die Studie analysierte das Forschungsteam des Universitätsklinikums Erlangen Blutproben von Patienten mit fortgeschrittener Prostata- oder Darmkrebserkrankung, die an einer zwölfwöchigen Sport- und Ernährungstherapie im Hector-Center teilgenommen haben. Mittels weiterer Studien wollen die Wissenschaftler nun beteiligte Myokine mit anti-tumoraler Wirkung identifizieren, um wertvolle Hinweise zur Entwicklung von Krebstherapien zu erhalten.

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