BR24 Logo
BR24 Logo
Wissen

Spatenstich an Uni Würzburg für neuen Forschungsbau | BR24

© Auer und Weber Architekten / Stuttgart

Neuer Forschungsbau Uni Würzburg

Per Mail sharen

    Spatenstich an Uni Würzburg für neuen Forschungsbau

    Geisteswissenschaftler und Informatiker wollen in Würzburg zusammenarbeiten. Gemeinsam tüfteln sie in einem neuen Bau daran, wie tausende Jahre alte Keilschriften oder mittelalterliche Werke digitalisiert und auch für Nicht-Fachleute lesbar werden.

    Per Mail sharen

    Für den Neubau des Zentrums für Philologie und Digitalität der Uni Würzburg wurde jetzt der erste Spatenstich gesetzt. Im Beisein von Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler wurde an der Universität Würzburg symbolisch der Beginn der Bauarbeiten für den Neubau des Zentrums für Philologie und Digitalität (ZPD) begangen, berichtet die Pressestelle der Uni.

    Forschungsbau kostet 17,7 Millionen Euro

    Das Gebäude mit seinen rund 2.500 Quadratmetern Nutzfläche wird Arbeitsplätze für rund 100 Personen bieten. Der dreigeschossige Forschungsbau entsteht auf dem Campus Nord in der Nähe der Mensateria und des Gebäudes der Graduiertenschulen. Die Kosten des Bauprojekts betragen 17,7 Millionen Euro. Davon trägt der Bund 7,1 Millionen; den Rest finanziert der Freistaat Bayern.

    Bauarbeiten bis 2022

    Geisteswissenschaften und Informatik arbeiten im 2018 gegründeten Zentrum für Philologie und Digitalität (ZPD) der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg schon heute Hand in Hand. Nun bekommt die Kooperation einen neuen Schub: Auf dem Campus Nord entsteht für das ZPD ein Forschungsbau, der voraussichtlich 2022 in Betrieb genommen wird.

    Worum geht es im ZPD?

    In Geschichte, Germanistik und anderen Geisteswissenschaften haben es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler oft mit schwierigen Forschungsobjekten zu tun: mit Jahrtausende alten Keilschrifttexten, mit mittelalterlichen Handschriften und anderen Druckwerken, die nicht leicht zu entziffern und oft schlecht erhalten sind. Viele dieser Dokumente sind inzwischen digitalisiert – in der Regel abfotografiert oder dreidimensional eingescannt – und stehen weltweit online zur Verfügung.

    Texterkennung nicht nur für Experten

    Trotzdem gibt es hier noch Herausforderungen. Für die Forschung ist es zum Beispiel wünschenswert, die digitalisierten Werke mit spezifischer Texterkennungs-Software zu erschließen, sie in eine Form zu bringen, die auch für Nicht-Fachleute und für Computer lesbar ist. Unter anderem an der Entwicklung solcher IT-Tools wird im ZPD gearbeitet. Über den neuen Forschungsbau freut sich auch JMU-Präsident Alfred Forchel: "Das ZPD wird das erste von drei Gebäuden eines neuen geisteswissenschaftlichen Clusters auf dem Campus Nord sein." Damit setze man im Rahmen der Masterplanung erneut einen Meilenstein beim Ausbau der Universität.

    "Ich freue mich riesig über die gelungene Planung und sehe das Gebäude bereits jetzt fertig vor mir. Das offene Raumgefüge wird die Forscherinnen und Forscher definitiv inspirieren. Zudem ist das Projekt im Kosten- und im Zeitplan. Was will man mehr?" Jan Knippel, Bereichsleiter Universitätsbau im Staatlichen Bauamt Würzburg

    DigiLab: Verdeckte Texte sichtbar machen

    Im neuen ZPD-Gebäude sind Kommunikations- und Präsentationsräume ebenso untergebracht wie multimediale Arbeitsplätze, Handbibliotheken und ein DigiLab. In letzterem können unter anderem Digitalisierungsverfahren verbessert werden.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!