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In vielen Skigebieten wird mit Schneekanonen für die optimale Pistengaudi nachgeholfen. Die Maschinen verbrauchen massenhaft Wasser und Energie.
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Jan Kerckhoff
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In vielen Skigebieten wird mit Schneekanonen für die optimale Pistengaudi nachgeholfen. Die Maschinen verbrauchen massenhaft Wasser und Energie.

Skitourismus in den Alpen ist eine Industrie – nichts geht mehr ohne Schneekanonen, Pumpenhäuser, Speicherseen. Regelrechte Schneefabriken sorgen für die weiße Pracht auf der Piste.

Energiefresser Kunstschnee?

Umweltschützer kritisieren: Künstliche Beschneiung braucht viel Wasser und Energie – geschätzt 20.000 KWh Strom pro Hektar. Doch Menschen, die vom Skitourismus leben, kontern: Das, was so viel Energie verbraucht, ist nur eine Investition in Arbeitsplätze.

Stromverbrauch kontra Wertschöpfung

Sie bekommen Unterstützung vom Ökonomen Robert Steiger von der Universität Innsbruck. Er bemängelt, dass die Kritik an der Beschneiung oft deren Wertschöpfung vergisst. Denn ohne Schnee gibt es keine Touristen, ohne Touristen weniger Einkommen und Wohlstand in den Bergregionen. Wenn man Beschneiung gesellschaftlich bewerten will, müsste man den Energieverbrauch mit anderen Branchen vergleichen. Bisher gibt es allerdings nur wenige Vergleichszahlen, etwa die, dass Zementherstellung deutlich energieintensiver ist – und damit auch die Arbeitsplätze, die dort entstehen.

Autofahren schlimmer als Kunstschnee

Eine Studie zeigt: Wenn man die gesamte Energie, die Skifahrer für ihren Urlaub in den Bergen verbrauchen, zusammenrechnet, macht der Pistenbetrieb – inklusive Beschneiung – nur 4 Prozent davon aus. Die Anreise im Auto verbraucht fast zehnmal so viel, nämlich 38 Prozent. Mit einer umweltfreundlichen An- und Abreise könnte man also mehr Energie einsparen, als wenn man Beschneiung verbietet.