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Sicher auf der Ski-Piste: So vermeiden Sie Verletzungen! | BR24

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Skifahren: So vermeiden Sie Verletzungen!

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    Sicher auf der Ski-Piste: So vermeiden Sie Verletzungen!

    Endlich Ferien, endlich Schnee - viele wagen sich nach langer Fitnesspause auf die Piste. Aber nicht nur die Skigebiete haben Hochsaison - auch die Unfallkrankenhäuser. Wie kann man schnell wieder fit werden und sich vor Stürzen schützen?

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    Manche freuen sich das ganze Jahr darauf: Endlich wieder die Bretter unter die Füße schnallen und ab durch den Pulverschnee. Doch das Skifahren ist nicht ungefährlich: Kreuzbandrisse, Kopfverletzungen, Wirbelbrüche - der Wintersport kann fatale Folgen haben. Dabei gilt der dritte Tag als der gefährlichste, denn ohne Skigymnastik ist die Muskulatur am dritten Tag so ermüdet, dass man leichter stürzt.

    Für den Großteil der Unfälle gilt: selbst schuld

    Rund 46.000 Menschen verunglücken jedes Jahr beim Skifahren, so die Auswertungsstelle für Skiunfälle (ASU). Stürze während der Fahrt ohne jede Fremdbeteiligung sind die häufigste Verletzungsursache. Wahrnehmungsfehler oder Unaufmerksamkeit sind für einen Großteil dieser Stürze verantwortlich. Auf der Piste kann es viele Situationen geben, die Sikfahrer verunsichern können: rücksichtslose Raser oder aber auch unsichere Anfänger, Nebel, starker Schneefall, matschiger Schnee oder einfach eine überfüllte Piste.

    Nur körperlich fit auf die Skipiste

    Konditionsschwierigkeiten tun ihr Übriges. Sich nach einem halben Jahr Büroarbeit von einem Tag auf den anderen auf die Skipiste zu stürzen, birgt ein großes Risiko. Durch gezieltes Training vor der ersten Abfahrt lässt sich das Unfallrisiko verringern. Experten empfehlen, bereits drei Monate vor dem eigenen Ski-Opening zwei Mal die Woche eine halbe Stunde die Muskeln am Gesäß, Oberschenkeln, Waden und der Hüfte zu trainieren. Arme und Schultern sollten dabei auch vorbereitet werden.

    Tipps für die sichere Abfahrt

    Grundsätzlich gilt: Lassen Sie den Winterurlaub langsam angehen. Verbringen Sie nicht gleich den ersten Tag acht Stunden auf den Skiern. Wer sich überfordert, stürzt leichter.

    • Rechtzeitig mit der Skigymnastik beginnen, das heißt drei Monate vor dem Winterurlaub. Dabei sollte vor allem auch an die Bauch- und Rückenmuskulatur gedacht werden.
    • Machen Sie sich grundsätzlich fit - durch Wandern, Joggen oder Radfahren.
    • Lassen Sie Ski und Snowboard vor dem Einsatz technisch überprüfen und einstellen.
    • Überfordern Sie sich nicht in den ersten Tagen des Skiurlaubs. Starten Sie langsam in die Saison. Fangen Sie stundenweise an. Dann kommt die spezifische Ski-Kondition von ganz allein.
    • Wärmen Sie sich vorm Skifahren auf und fallen Sie nicht aus dem Auto in den Lift. Bewegen Sie vorab ihre Gelenke - zum Beispiel durch Übungen wie Beine durchschwingen, Kniebeugen, Schulter- und Armekreisen.
    • Machen Sie Pausen, wenn Sie sich müde fühlen.
    • Verzichten Sie auf Alkohol beim Skifahren.

    Die meisten Verletzungen sind am Knie

    Das Kniegelenk verletzen sich Skifahrer am häufigsten, bei gut 33 Prozent der Stürze wird das Knie in Mitleidenschaft gezogen, Skistiefel und Bindungen schützen Füße, Sprunggelenke und Unterschenkel. Durch diese Fixierung wird das Knie sehr belastet - bei einem Sturz fängt es das gesamte Körpergewicht ab. Häufig reißen dabei Bänder und Menisken. Auch die Schulter gehört zu den gefährdeten Körperregionen: Männer verletzten sich die Schulter in 22, 9 Prozent, Frauen in 10,6 Prozent der Fälle.

    © ARAG/ASU | Grafik: BR

    Verletze Körperregionen beim alpinen Skifahren

    Um Unfälle zu vermeiden, hat die "Fédération Internationale de Ski" (FIS) zehn weltweit geltende Verkehrsregeln für Pisten aufgestellt. Diese Regeln sollte eigentlich jeder Skifahrer im Kopf haben und beachten. Fakt aber ist, dass die Verkehrsregeln zu wenig bekannt sind. Die FIS-Regeln gelten außerdem als Maßstab für die Gerichte, wenn zu klären ist, wer bei einer Kollision haftet.

    Die zehn Regeln der Fédération Internationale de Ski (FIS)

    • Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt.
    • Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.
    • Der von hinten kommende Skifahrer und Snowboarder muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet.
    • Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder von links, aber immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer oder Snowboarder für alle seine Bewegungen genügend Raum lässt.
    • Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Skiabfahrt einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann.
    • Jeder Skifahrer und Snowboarder muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer oder Snowboarder muss eine solche Stelle so schnell wie möglich freimachen.
    • Ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuß absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen.
    • Jeder Skifahrer und Snowboarder muss die Markierung und die Signalisation beachten.
    • Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet.
    • Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben.