Bildrechte: Universität Tübingen / Ramadan B. Hussein.

Mumienmaske aus der Totenstadt Sakkara

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Sensationsfund in Sakkara: Spektakuläre Totenmaske

Bei Ausgrabungen nahe der ägyptischen Stadt Sakkara haben Ägyptologen der Universität Tübingen eine seltene Totenmaske entdeckt. Unter Wissenschaftlern gilt der Fund als Sensation. Ein ähnliches Stück wurde zuletzt 1939 ausgegraben.

Über dieses Thema berichtete IQ - Wissenschaft und Forschung am .

Die Maske ist vor allem aus Silber, zum Teil aber vergoldet und hat Augen aus schwarzem Edelstein, möglicherweise Onyx. Das haben erste Untersuchungen im Museum in Kairo ergeben. Es ist ein Fund mit Seltenheitswert, der den Forschern um Dr. Ramadan Badry Hussein Mitte Juli 2018 gelungen ist. In einem Team der Universität gräbt er schon seit zwei Jahren an dem Komplex mithilfe modernster 3D-Technologie

Totenmaske stammte vermutlich aus dem Grab eines Priesters

Nach Aussagen des Forschungsleiters soll sie auf einer Mumie in einem stark beschädigten Holzsarg gelegen haben. Nur wenige vergleichbare Masken hat man bisher gefunden, weil die Mehrzahl der Gräber schon in der Antike geplündert wurden.

„Der Erhaltungszustand ist sehr gut, die Nase ist ein klein bisschen eingebrochen, ansonsten ist das ganze Objekt vollständig.“ (Prof. Christian Leitz, Ägyptologe an der Universität Tübingen)

Die Symbolik der Materialien Gold und Silber den religiösen Vorstellungen im alten Ägypten. Dort stellt man sich vor, dass die Körper der Gottheiten aus Gold und Silber bestehen, wobei Silber den Knochen und Gold dem Fleisch und bisweilen auch der Haut zugeordnet war.

"Das heißt, wenn Sie eine silberne Maske haben, dann ist das Silber praktisch der Schädel, der dann von einer leichten Goldschicht, eben einer Art Haut bedeckt war. Und da jeder Verstorbene später zum Totengott Osiris werden konnte und wollte, ist das sicherlich die dahinter liegende Symbolik.“ (Prof. Christian Leitz, Ägyptologe an der Universität Tübingen)


Nicht nur Totenmaske gefunden - weitere Funde

Mehr noch als die Totenmaske aber erhoffen sich die Forscher von den restlichen Funden in dem Grabkomplex: Unter anderem hat das Team eine Balsamierungswerkstatt gefunden. In dieser befinden sich eine ganze Reihe von Tongefäßen, die sogar beschriftet waren, sodass nachvollzogen werden konnte, was sich darin befand.

"Der Clou dabei ist, dass sich in den Gefäßen noch Reste der ursprünglichen Substanzen befinden, und diese können mit naturwissenschaftlichen Methoden bestimmt werden“. Prof. Christian Leitz, Ägyptologe an der Universität Tübingen

Sakkara, in deren Nähe die Maske gefunden wurde, liegt in der Nähe des Nils, wenige Kilometer südlich der Hauptstadt Kairo.