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Sensation in Sibirien: Forscher finden älteste DNA | BR24

© BR-Redakteurin Briska Straub über den Sensationsfund in Sibirien

Forscher entdecken Millionen Jahre alte DNA

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Sensation in Sibirien: Forscher finden älteste DNA

Für die einen ein Horror-Szenario - für einige Forscher aber ein wahrer Segen: Der Klimawandel lässt in Sibirien den Permafrost schmelzen und gibt Millionen Jahre alte Fossilien frei. Drei Mammutfunde, die Geschichte schreiben...

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Von
  • Michael Küster

Es ist schlichtweg eine Sensation, was Forscher in jahrelanger und mühevoller Kleinarbeit in Sibirien entdeckt haben: Das älteste jemals gefundene Erbgut eines Lebewesens auf der Erde!

Bisher bekannte Pferde-DNA deutlich jünger

Sie gehören zu einem Mammutzahn, der "Krestovka" gehört haben soll - so nannten die Forscher dieses Urzeit-Mammut, das vor rund 1,65 Millionen Jahren in der Gegend des heutigen Sibiriens umhergestreift ist. Bei diesem spektakulären Fund handelt es sich um Erbgut von insgesamt drei Mammuts, die allesamt deutlich älter sind als die bisher festgestellte DNA eines Lebewesens.

Das zweite Mammut bekam den Namen "Adycha" und wird auf 1,34 Millionen Jahre datiert. "Chukochya", das jüngste Mammut des Fundes, kommt immerhin noch auf stolze auf 870.000 Jahre. Damit ist es immer noch deutlich betagter als die bisherigen DNA-Funde, die von einem Pferd stammen und 560.000 bis 780.000 Jahre alt sind.

© Zoya Fedorova/picture alliance

DNA-Erbgut

"Wie eine Prise Salz auf einem Teller"

Die gewonnen DNA stammt aus den Zähnen der Tiere. Forscher Love Dalén vom Zentrum für Paläogenetik in Stockholm vergleicht sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Nature" mit einer Prise Salz auf einem Teller. Bei den beiden ältesten Mammuts dürfte es sich demzufolge um Steppen-Mammut handeln. Beim jüngsten deutet alles auf ein Wollhaar-Mammut hin. Das Erbgut von "Krestovka" könnte auf eine bislang unbekannte genetische Linie hinweisen. Diese dürfte sich vor zwei Millionen Jahren von den anderen Mammuts abgezweigt haben und zu jenen Mammuts führen, die in Nordamerika lebten.

Eisschmelze gibt immer mehr eingefrorene Mammutreste frei

Wegen der Erderwärmung schmilzt in der Sibirischen Tundra der Permafrost und gibt Dalén zufolge immer mehr Mammut-Relikte frei. Er rechne sogar damit, in Zukunft noch deutlich ältere DNA-Spuren im schwindenden Permafrost zu entdecken - nämlich bis zu 2,6 Millionen Jahre.

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