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Selbstversorger: Vom eigenen Balkon Solarstrom "ernten" | BR24

© BR/Chris Köhler

Mit Sonnenenergie vom Balkon kann man dann den eigenen Kühlschrank, das Smartphone, den PC und andere Geräte betreiben. So tut man etwas für den Klimaschutz und senkt zusätzlich die eigene Stromrechnung.

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Selbstversorger: Vom eigenen Balkon Solarstrom "ernten"

Mit Sonnenenergie vom Balkon kann man dann den eigenen Kühlschrank, das Smartphone, den PC und andere Geräte betreiben. So tut man etwas für den Klimaschutz und senkt zusätzlich die eigene Stromrechnung.

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Strom sparen ist ein Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandel, Strom selbst zu produzieren kann auch dazu beitragen - und zwar ohne große Dach-Fotovoltaikanlage: Das sogenannte Balkonkraftwerk ist ein etwa drei Quadratmeter großes 300-Watt-Solarpanel mit Wechselrichter und Steckvorrichtung, das man lediglich an einem passenden sonnigen Ort montieren muss und mit dem Stecker ans Stromnetz anschließt.

Erwerben kann man solche Panels im Fotovoltaik-Fachhandel vor Ort. "Es gibt auch zahlreiche Marktübersichten im Internet, unter anderem bei der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie. Dort gibt es eine extra Seite für die Stecker-Solarmodule. Es gibt auch virtuelle Plattformen wie 'Mach Deinen Strom'," sagt Ciğdem Şanalmiş, selbständige Solarteurin und Energieberaterin aus München.

Verschiedene Montageorte möglich

Geräteschuppen, Fahrradhäuschen, Balkone oder Mietshaus-Fassaden und -dächer: Alle diese Orte eignen sich, um ein Solar-Steckergerät anzubringen. Einzige Voraussetzung: Sie haben die richtige Ausrichtung zur Sonne – sprich nach Süden, Westen oder Osten. Und im besten Fall sind sie auch nie im Schatten. Dann amortisiert sich die Anschaffung in einem überschaubaren Zeitraum. Zwei Panels à 300 Watt - bis zu 600 Watt installierter Leistung bedarf es keiner behördlichen Genehmigung - kosten um die 600 Euro.

Willi Kirchensteier aus Markt Indersdorf erzeugt damit jährlich 600 kWh Strom, gut 20 Prozent seines Jahresstrombedarfes. "Dann kann ich gegenrechnen: Bei rund 30 Cent, die ich sonst zahlen müsste, macht das etwa pro Jahr 200 Euro", sagt der Strompionier. "Dann habe ich eine finanzielle Amortisation von drei Jahren. Es ist hochrentabel und ich entlaste so die Umwelt.“

Ganz ohne Bürokratie geht es nicht

Auch wenn die Montage einfach ist, zu beachten gilt es dennoch einiges: Ein Blick in den Mietvertrag ist wichtig! Sollen Module am Balkongeländer oder an der Fassade angebracht werden, ist das eine bauliche Veränderung. Dazu braucht es auf jeden Fall die Zustimmung des Vermieters. Aus Unfallschutzgründen muss das Modul, das an Balkon oder Fassade angebracht werden soll, zudem aus Folie oder aus Sicherheitsglas sein. Und es ist ratsam, den Anschluss vom Fachmann prüfen zu lassen. "Der Elektriker weiß, ob die Steckdose geeignet ist oder nicht", sagt Ciğdem Şanalmiş. Das kostet zwar, aber wer Vorschriften verletzt, riskiert seinen Versicherungsschutz und das kann im Brandfall richtig teuer werden.

Anmelden des Gerätes

Das Balkon-Solar-Steckergerät muss im vereinfachten Verfahren online beim Netzbetreiber angemeldet werden. Dieser prüft dann, ob ein Stromzähler mit Rücklauf-Sperre vorhanden ist; ansonsten wird er ausgetauscht. Und neuerdings muss die Mini-PV-Anlage im Markt-Stammdatenregister bei der Bundesnetzagentur innerhalb eines Monats angemeldet werden. Das ist ebenfalls online möglich. Und dann steht dem Ernten von Sonnenstrom im kleinen Umfang nichts mehr im Weg. Mit wenig Aufwand und Investition ist man dann "Energiewender" und vielleicht auch ein Vorbild, zum Beispiel für Nachbarn.

"Ich werde oft gefragt, was ich denn da am Garagendach installiert habe. Und in so einem Gespräch kann ich dann auch rüberbringen, für wie dringend ich den Handlungsbedarf in Sachen Klimawandel erachte", erzählt Willi Kirchensteiner aus Markt Indersdorf. "Aus Klimaschutzgründen müssen wir die Energiewende ernst nehmen und da ist der Einstieg mit solchen Balkonkraftwerken schon ein wesentlicher Beitrag."

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