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Science@School: Wie Forscher Schülern ihre Arbeit erklären | BR24

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Das Lindauer Nobelpreisträgertreffen findet heuer nur virtuell statt

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    Science@School: Wie Forscher Schülern ihre Arbeit erklären

    Ab Sonntag findet in Lindau die Nobelpreisträgertagung statt - wegen Corona in diesem Jahr aber nur rein virtuell. Das gilt auch für das Gespräch von Forschern mit Schüler, das heute stattfand. Doch das Online-Treffen hatte auch seine Vorteile.

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    Von
    • Sebastian Kirschner

    Am Sonntag (28.06.20) ist es soweit: Die Lindauer Nobelpreisträgertagung findet wieder statt. Seit 1951 treffen sich in der Stadt am Bodensee einmal im Jahr Nobelpreisträger und junge Forscher unterschiedlichster Disziplinen. Dabei geht es nicht um neue Forschungsergebnisse, sondern ums Netzwerken, sich Austauschen – und darum, wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern.

    Treffen am Computer statt in der Schule

    Seit 2007 gibt es dafür in Lindau auch ein Treffen mit Schülern: Normalerweise kommen die Wissenschaftler im Rahmen der Nobelpreisträgertagung an zwei Schulen in Lindau und diskutieren mit den Jugendlichen über ihre Arbeit. Das Ziel: junge Menschen für Wissenschaft begeistern, mit Forschern in Kontakt bringen.

    Doch wegen Corona ist in diesem Jahr alles anders: Erstmals findet die Tagung nur virtuell statt, auch das Treffen mit den Schüler gibt es schon im Vorfeld der Konferenz nur als sogenanntes Online Science@School. Genau das könnte aber sogar eine Chance sein.

    Chance, Forscher ganz nah zu erleben

    Einen Link anklicken, ein Passwort eingeben, die Videoschalte vom heimischen Computer aus verfolgen: Schülerinnen und Schüler, die begeistert sind von Wissenschaft, bekommen die Chance, Forscher ganz nah zu erleben - was im echten Leben nicht immer so einfach ist.

    Iason Kull freut sich deshalb schon sehr, endlich live mit einem Wissenschaftler zu sprechen:

    "
Ich hab's ein paar Mal versucht, Forscher anzuschreiben per Mail. Da kam meistens keine Antwort, was ich auch verstehen kann. Die haben wahrscheinlich genug zu tun. Und wenn sich hier jemand jetzt die Zeit nimmt, ist das natürlich schon schön." Iason Kull, 14-jähriger Gymnasiast aus München 


    Diskussion über Corona und Impfstoffe

    Iason geht in die siebte Klasse des Münchner Pestalozzi Gymnasiums. Wissenschaft ist genau sein Ding. Auf dem Schreibtisch des 14-Jährigen steht eine Legorakete, in den Regalen Bücher über Tarnkappentechnik. Erst vor kurzem hat Iason mit dem Thema den ersten Preis beim Wettbewerb "Jugend forscht" gewonnen.

    Der Physikunterricht ist für ihn wie Freizeit, sagt er. Klar, dass er bei Online Science@School dabei sein wollte – als einer von 100 Teilnehmern, die mit Professor Stefan Kaufmann diskutieren. Der ist Immunologe am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin. Und er steht den Schülern Rede und Antwort zu Fragen rund um Corona und Impfstoffe.

    Livestream statt Treffen vor Ort

    Als die Online-Diskussion losgeht, ruckelt zunächst ein wenig die Technik. Zweimal versuchen die Teilnehmer, ihre Fragen per Video zu stellen - steigen dann aber schnell auf den Chat um. Und da kommen die Fragen Schlag auf Schlag. An Neugierde mangelt es den Schülerinnen und Schülern nicht.

    Und als nach anderthalb Stunden das Onlinetreffen mit Stefan Kaufmann vorbei ist, hat es Iason eigentlich ganz gut gefallen:

    "Wenn es jetzt vor Ort in Lindau wäre, wär's natürlich einne große Klasse mehr, weil man dann auch die Leute live sieht und nicht ständig nur verruckelt im Livestream. Aber: Es war spannend, man hat viel erfahren, vor allem über Impfstoffentwicklung. Besonders gefallen hat mir der Dialog mit dem Professor. Er hat's gut gemacht." Iason Kull, 14-jähriger Gymnasiast aus München 


    Ähnlich urteilt auch Stefan Kaufmann:

    "Mir hat es richtig Spaß gemacht. Die Diskussionen waren durchaus sehr anregend, einige gute kritische Fragen auch. Aber der ganze Kontakt, die Inspiration - die ist natürlich ganz anders, wenn man mit den Menschen zusammen ist." Prof. Stefan Kaufmann, Immunologe am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin

    Ganz ohne echtes Treffen macht es also nur halb so viel Spaß. Vielleicht ist ja eine Mischform das Format der Zukunft. Denn auch das war eine Premiere: Virtuell konnten erstmals Schüler aus ganz Deutschland an Online Science@School teilnehmen.

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