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Sturm, Starkregen und Hagelschlag: Der Sommer 2021 wird wohl als Unwetter-Sommer im Gedächtnis bleiben. Wetter-Warn-Apps versprechen, im Katastrophenfall schnell auf Gefahren hinzuweisen. Doch was können diese Programme wirklich leisten?

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Schutz gegen Unwetter? So gut sind Wetter-Warn-Apps

Sturm, Starkregen und Hagelschlag: Der Sommer 2021 wird wohl als Unwetter-Sommer im Gedächtnis bleiben. Wetter-Warn-Apps versprechen, im Katastrophenfall schnell auf Gefahren hinzuweisen. Doch was können diese Programme wirklich leisten?

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Von
  • Mathias Flasskamp
  • BR24 Redaktion

Nach dem Unwetter über Westdeutschland mit vielen Toten und teils verheerenden Schäden suchen Menschen nach Möglichkeiten, vor solchen Katastrophen frühzeitig gewarnt zu werden. Seit einigen Jahren gibt es dazu digitale Helfer. Nina, Katwarn, Biwapp und Warnwetter sind die gebräuchlichsten Warn-Apps auf dem deutschen Markt. Sie alle haben ein gemeinsames Ziel: Bürger vor Katastrophenfällen zu warnen.

Katastrophenwarntag 2020 war "ein Desaster"

Und sie haben eine gemeinsame Schwäche: Bei großen Katastrophenlagen kamen die Warnungen in der Vergangenheit manchmal zu spät oder gar nicht an, kritisiert Jörg Geiger vom Computermagazin Chip. "Man hat das zum Beispiel vor fünf Jahren beim Anschlag im Olympia-Einkaufszentrum gesehen, damals ist das Handy-Netz zusammengebrochen und es konnten keine Warnmeldungen mehr versendet werden." Teilweise dauere die Ausspielung auch sehr lange, wie sich beim Warntag 2020 gezeigt habe. Der Katastrophenwarntag sei ein Desaster gewesen, weil praktisch nichts funktioniert habe, so Geiger.

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Sturm, Starkregen, Hagelschlag - der Sommer 2021 wird wohl als Unwetter-Sommer im Gedächtnis bleiben. So genannte Unwetter-Warn-Apps sollen im Katastrophenfall rechtzeitig warnen. Was können sie leisten, wo liegen ihre Grenzen?

Die großen Warn-Apps im Überblick

Nina, kurz für "Notfall-Informations- und Nachrichten-App", ist ein Angebot des Bundes. Sie warnt in betroffenen Gebieten bei Katastrophenschutzfällen wie Hochwasser, Chemieunfällen oder Unwetter.

Katwarn wurde im Auftrag der öffentlichen Versicherer entwickelt und versorgt den Nutzer ebenfalls mit regionalen Katastrophenwarnungen. In München wird sie von vielen Behörden wie etwa der Polizei als Informationskanal genutzt.

Biwapp steht für "Bürger-Informations- und Warn-App". Sie wurde von einer norddeutschen Softwarefirma entwickelt. Das Programm bietet neben den Katastrophenschutzwarnungen auch nützliche Zusatzinfos, zum Beispiel zum Thema Schulausfälle oder zu aktuell geltenden Corona-Regelungen.

Warnwetter ist eine App des Deutschen Wetterdienstes. Sie konzentriert sich ausschließlich auf Unwetterereignisse wie Stürme, Starkregen oder Hagel und ist somit eine Spezialistin unter den Warn-Apps.

Stürme, Starkregen, Hagel: DWD-App auf Unwetter spezialisiert

Alle genannten Programme sind kostenlos. Die DWD-Warn-App bietet aber bestimmte Zusatzfunktionen gegen Aufpreis an. Sie ist trotzdem die Favoriten-App von Jörg Geiger. Wer vor Unwettern gewarnt werden will, der sei mit der DWD-App gut aufgestellt, meint der Chip-Redakteur: "Wer noch mehr will - konkrete Wettervorhersagen oder Regenradar - da finde ich die DWD-App auch nicht schlecht, weil sie einmal 1,99 Euro kostet und kein Abo dranhängt. Wer da was investieren will, für den ist das eigentlich ein guter Griff."

Technisch sind die Mini-Programme relativ genügsam. Sie laufen auch auf fünf Jahre alten Smartphones problemlos und bremsen den Prozessor nicht aus, weil sie im Hintergrund bleiben. Katwarn funktioniert sogar über ältere Handys ohne Smartphone-Funktion. Hier kommen die Warnungen per SMS an.

Alle Anbieter schließen Haftung bei Schäden aus

Allerdings schließen alle Anbieter eine Haftung aufgrund falscher oder zu später Meldungen aus. Sie seien also kein Ersatz für eine Versicherung, betont Sabine Schaffrath von der Allianz AG: "Die Information, dass schwere Stürme oder Überschwemmungen kommen, hilft ja nicht, das Wasser abzuhalten. Von daher macht es auf jeden Fall Sinn, eine Elementarschadenversicherung für Wohngebäude oder Hausrat abzuschließen."

Nur zehn Prozent der Deutschen haben eine Warn-App

Die digitalen Katastrophenwarner stellen also ein nützliches Zusatzangebot dar, dass allerdings Immobilien- oder Autobesitzer nicht davon entbindet, für den Schutz ihres Eigentums zu sorgen. Praktisch gerade für Leute, die unterwegs sind, Radio oder Fernsehen gerade nicht nutzen können, aber ihr Smartphone dabei haben. Etwa ein Zehntel aller Deutschen habe bisher eine Warn-App installiert, sagt Chip-Redakteur Jörg Geiger. Da sei also noch erhebliches Aufholpotenzial vorhanden.

Der Warntag 2021 wurde übrigens abgesagt - aufgrund von schlechten Erfahrungen mit zu späten Warnmeldungen im vergangenen Jahr. 2022 soll er wieder stattfinden und das Warnsystem bis dahin überarbeitet werden. Nutzer können also künftig mit Verbesserungen rechnen.

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