BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Schuppentier könnte Coronavirus übertragen haben | BR24

© picture alliance / AP Photo

Baby-Schuppentier: Nicht nur seine Schuppen machen das Tannenzapfentier oder Schuppentier zur begehrten Ware in China, auch sein Fleisch.

2
Per Mail sharen

    Schuppentier könnte Coronavirus übertragen haben

    In Asien gilt es als Wundermittel und Delikatesse: das Schuppentier. Doch chinesische Forscher vermuten jetzt, dass das Schuppentier ein Zwischenwirt für das Coronavirus ist und den Erreger auf den Menschen übertragen haben könnte.

    2
    Per Mail sharen

    Das Schuppentier, auch Tannenzapfentier oder Pangolin genannt, könnte in der Übertragungskette des Coronavirus' vom Tier auf den Menschen ein Zwischenwirt sein, haben chinesische Forscher herausgefunden. Die Wissenschaftler der Südchinesischen Agraruniversität hoffen durch diese Erkenntnis, die weitere Verbreitung von Corona einzudämmen. Forschern zufolge hatte sich das Coronavirus von einem Markt im chinesischen Wuhan aus verbreitet. Auf dem Markt wurden auch exotische Wildtiere angeboten.

    Coronavirus: Von der Fledermaus über das Schuppentier zum Menschen

    Als sicher gilt, dass Fledermäuse dem Coronavirus als sogenanntes Erregerreservoir dienen. Das bedeutet, dass das Virus in den Fledermäusen vorkommt, diese aber nicht davon krank werden. Das Virus bei den Fledermäusen kann aber nicht an menschlichen Zellen andocken. Es muss also über einen Zwischenwirt zum Menschen gelangt sein - und dabei könnte es sich um das Schuppentier handeln. Eine wissenschaftliche Bestätigung dafür liegt allerdings noch nicht vor.

    Schuppentiere sind vom Aussterben bedroht

    Pangoline sind scheu, nachtaktiv und ernähren sich von Insekten. Ihre Leibspeisen sind Ameisen und Termiten. An Nahrung fehlt es den Tieren also nicht, dank ihrer Schuppen sind sie auch vor gefräßigen Angreifern geschützt - trotzdem sind alle acht Arten vom Aussterben bedroht und stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN). In den vergangenen 20 Jahren ist die Zahl der Tannenzapfentiere um rund 90 Prozent zurückgegangen.

    Schuppen des Pangolins in Asien sehr beliebt

    Acht verschiedene Arten von Schuppentieren gibt es in Afrika und Asien. Noch, denn das Pangolin ist weltweit vom Aussterben bedroht. Hauptfeind des Schuppentiers ist der Mensch, der es ausgerechnet auf die Schuppen abgesehen hat. Den Pangolin-Schuppen werden magische Kräfte zugeschrieben, sie sollen zum Beispiel als Potenzmittel oder gegen Arthritis helfen. Dabei bestehen sie nur aus Keratin. Wer an die Zauberkräfte glaubt, könnte genauso gut an seinen Fingernägeln kauen. Nichtsdestotrotz stieg der Preis für die Hornschuppen von elf Dollar pro Kilogramm in den 1990er-Jahren auf 470 Dollar im Jahr 2014.

    © TRAFFIC/dpa/dpa-Bildfunk

    Das Fleisch von Schuppentieren gilt in China als Delikatesse. Selbst vor einem Schuppentier-Fötus im Eintopf wird nicht zurückgeschreckt.

    Tannenzapfentiere gelten als Delikatesse

    Aber nicht nur die Schuppen der Pangoline sind beliebt, auch ihr Fleisch gilt in China und Vietnam als Delikatesse. Den Wilderern macht es gerade der Schutzmechanismus der Schuppentiere einfach: Wenn sie sich bei Gefahr zu einer regungslosen Kugel einrollen, lassen sie sich einfach aufheben und mitnehmen.

    Kein Tier wird so häufig illegal gehandelt wie das Schuppentier

    Nach Einschätzung von Experten ist kein anderes Tier bei Wilderern und Schmugglern so beliebt wie das Schuppentier. Laut der Weltnaturschutzunion IUCN wurden zwischen 2004 und 2014 mehr als eine Million Tannenzapfentiere illegal gehandelt.