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Sollen Schüler und Lehrer auch im Unterricht Masken tragen? Die Vorsitzende des Lehrerinnen- und Lehrerverbandes Bayern will sich nicht querstellen, wenn zum Schulstart eine generelle Maskenpflicht verordnet wird. Aber sie hat Befürchtungen.

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Schule und Corona: Diskussion um Maskenpflicht im Unterricht

Sollen Schüler und Lehrer auch im Unterricht Masken tragen? Die Vorsitzende des Lehrerinnen- und Lehrerverbandes Bayern will sich nicht querstellen, wenn zum Schulstart eine generelle Maskenpflicht verordnet wird. Aber sie hat Befürchtungen.

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Von
  • Leonie Thim

Am 8. September geht in Bayern die Schule wieder los und die Politik berät, wie der Unterricht aussehen soll. Ende Juli hat das bayerische Kultusministerium einen Rahmen-Hygieneplan veröffentlicht, der die Infektionsschutzmaßnahmen an Schulen festschreibt. Darin steht, dass Masken "grundsätzlich für alle Personen auf dem Schulgelände verpflichtend" sind. Diese Pflicht umfasse alle Räume und Begegnungsflächen im Schulgebäude, teilt das bayerische Kultusministerium auf BR-Anfrage mit.

Ministerrat entscheidet am 1. September

Über eine mögliche Maskenpflicht im Unterricht diskutiert die bayerische Politik noch. Der Ministerrat wolle am 1. September, eine Woche vor Schulstart, entscheiden, ob Masken auch im Unterricht getragen werden müssten, meldet das Kultusministerium. Die Entscheidung richte sich nach dem aktuellen Infektionsgeschehen.

Lehrer tragen Maskenpflicht im Unterricht mit

Wie Bayerns Lehrkräfte eine mögliche Maskenpflicht finden, sei unerheblich, sagt die Vorsitzende des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (BLLV), Simone Fleischmann im BR-Interview. Wenn die Infektionsquoten weiter steigen würden und Gesundheitsämter es verordneten, müsse die Maskenpflicht auch in Schulen umgesetzt werden, findet Fleischmann.

BLLV: Maskenpflicht verhindert offenen Unterricht

Allerdings sei Unterricht mit Maske "eine echte Nummer und Herausforderung" für Schüler und Lehrkräfte. Schule brauche Offenheit und Miteinander. Die Masken würden viel von dieser Nähe nehmen. Darüber sollte sich die Politik im Klaren sein, meint Fleischmann und appelliert an die verantwortlichen Politiker, mit Lehrerinnen und Lehrern zu sprechen bevor Entscheidungen gefällt werden. "Hört hin! Was passiert vor Ort?", sagt Fleischmann.

BLLV: Politik und Realität zusammenbringen

Denn nicht jede Lehrerin, nicht jeder Lehrer und auch nicht alle Schüler würden es sechs Stunden am Tag mit einer Maske aushalten. "Wir müssen die politisch Verantwortlichen, die Gesundheitsämter und die Realität zusammenbringen, damit wir das auch durchhalten", erklärt die BLLV-Vorsitzende.

Am Montag (31. August) treffen sich Vertreter von Lehrern, Schülern, Eltern mit Ministerpräsident Söder und der verantwortlichen Politiker, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

BLLV: "Unterricht mit Maske besser als Homeschooling"

Sicher sei jedoch eins. Wenn sie sich entscheiden müsste zwischen Unterricht mit Maske und Homeschooling, sei ihre Entscheidung klar für Unterricht mit Maske, ergänzt Fleischmann. Damit können sich Schüler und Lehrer deutlich besser begegnen und verständigen, erhofft sich die Verbandsvorsitzende.

Kinderärzte für Maskenpflicht

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hatte sich für eine Maskenpflicht im Unterricht ausgesprochen. In einem Zeitungs-Interview "Welt" hatte Verbandspräsident Thomas Fischbach am Freitag gesagt, Lehrer könnten in Klassenräumen zu Superspreadern werden, wenn in engen Räumen der empfohlene Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden könnte.

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