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Schriftrolle virtuell gelesen | BR24

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Schriftrolle virtuell gelesen

Forschern ist es gelungen, eine Schriftrolle, die vor 1.500 Jahren bei einem Brand schwer gelitten hat, mit Hilfe eines speziellen Scanners zu entschlüsseln. Das Papier wurde virtuell entrollt und lesbar gemacht. Von Volkart Wildermuth

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Bei genauer Untersuchung stellten die Wissenschaftler fest, dass auf der Schriftrolle aus dem jüdischen En Gedi genau der hebräische Urtext geschrieben steht, den viel später Martin Luther übersetzt hat.
Die verkohlte und gequetschte Schriftrolle wurde in einen Hochleistungs-Röntgen-Scanner gelegt.
"Die sieht immer noch aus wie ein Block Holzkohle, Und als dann der Scan zurückkam, sah er aus wie eine Schriftrolle." Pnina Shor, Hebräische Universität Jerusalem

Mühsame Kleinarbeit

Die Festplatte mit den Daten dann zur weiteren Auswertung an Informatiker der Universität von Kentucky übergeben.

"Die Magie liegt nicht im Scan, sondern in der Datenverarbeitung. Das muss man wieder auseinanderfieseln." Brent Seales, Universität von Kentucky

Erst versuchte ein Computerprogramm, in dem Datenvolumen die einzelnen gerollten Lagen zu identifizieren. Dann wurde ein Gitter aus virtuellen Dreiecken darübergelegt und darin die Spuren der Tinte markiert. Schließlich konnte das Gitter im Rechenraum flach gezogen werden. So entstanden einzelne Puzzelteilchen des ursprünglichen Pergaments, die das Team in mühevoller Handarbeit zusammensetzte. Gedauert hat das Ganze ein Jahr.

Möglichkeiten auch in ganz anderen Bereichen

Mit der neuen Computertechnik zum virtuellen Auspacken lassen sich prinzipiell auch andere Scans von verborgenen Texten lesbar machen, etwa von ungeöffneten Briefen. Dafür dürften sich Sicherheitsbehörden interessieren.