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Schlaganfall: Hohe Sterblichkeitsrate und Wiederholungsgefahr | BR24

© dpa/pa, Remko de Waal

Ein Pflegepersonal, das mit einem Patienten auf der Intensivstation (IC) arbeitet

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    Schlaganfall: Hohe Sterblichkeitsrate und Wiederholungsgefahr

    Das Risiko eines zweiten Schlaganfalls ist abhängig vom Auslöser, das fand ein Forschungsteam der Unis Erlangen und Würzburg heraus. Der Schlaganfall ist nach Herz- und Krebserkrankungen die dritthäufigste Todesursache in Deutschland.

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    In Deutschland erleiden jährlich rund 200.000 Menschen einen Schlaganfall. Die überwiegende Zahl der Betroffenen ist über 60 Jahre alt (80 Prozent). Etwa fünf bis zehn Prozent sind unter 50 Jahre alt. Selbst Neugeborene und Kinder können einen Schlaganfall erleiden.

    Studie zur Überlebenschance und zweitem Schlaganfall

    Das Forscherteam der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Universität Würzburg untersuchten in ihrer Studie, wie hoch die Überlebenschancen von Patienten nach einem Schlaganfall und das Risiko eines zweiten Anfalls innerhalb der folgenden Jahre sind. 66.000 Menschen in Deutschland erleiden zum wiederholten Mal einen Schlaganfall, meist einen Hirninfarkt. Er wird durch eine Minderdurchblutung des Gehirns ausgelöst und verursacht häufig Blutgerinnsel. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten Krankheitsverläufe über einen Zeitraum von 20 Jahren hinweg.

    Fast jeder Zweite stirbt innerhalb von fünf Jahren

    In der aktuellen Studie zeigten sich hohe Raten sowohl für die Sterblichkeit als auch die Wiederholungsfälle: Fast jeder zweite Patient bzw. jede zweite Patientin stirbt innerhalb von fünf Jahren nach dem ersten Schlaganfall. Jeder fünfte bzw. jede fünfte erleidet einen erneuten Schlaganfall innerhalb von fünf Jahren. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, zu sterben, mit 49,6 Prozent bei Frauen etwas höher als bei Männern (41,8 Prozent).

    Das Langzeitüberleben und die Wiederholungsrate unterschieden sich jedoch erheblich je nach Ursache des ersten Schlaganfalls: So haben Patientinnen und Patienten, deren Schlaganfall durch den Verschluss kleiner Arterien ausgelöst wurde, die höchste Überlebenswahrscheinlichkeit nach fünf Jahren. Dagegen liegt diese Rate bei Patientinnen und Patienten mit einem sogenannten kardioembolischen Schlaganfall, der unter anderem durch Vorhofflimmern verursacht werden kann, am niedrigsten.

    Die Gefahr, innerhalb von fünf Jahren einen erneuten Schlaganfall zu erleiden, war bei Verengungen der kleinen Hirngefäße (Mikroangiopathie) und bei Ablagerungen der großen hirnversorgenden Gefäße (Makroangiopathie) besonders gering.

    Überlebenschancen steigen durch moderne Medizin

    Erfreulich: In den vergangenen Jahrzehnten hat sich in Erlangen die Überlebenswahrscheinlichkeit nach einem ischämischen Schlaganfall deutlich verbessert. Dies Entwicklung ist bundesweit zu beobachten. Mögliche Erklärungen sind Verbesserungen bei den Behandlungsmöglichkeiten und im Umgang mit der Erkrankung, etwa die Einrichtung von sogenannten Stroke Units, also Schlaganfallspezialstationen.

    Das Forschungsteam untersuchte für seine Studie Daten von 3.346 Patientinnen und Patienten aus dem Zeitraum 1996 bis 2015, die für das Erlanger Schlaganfall-Register erhoben wurden.

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