BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Schimmelbefall: Silberfische können ein Anzeichen dafür sein | BR24

© picture alliance / blickwinkel
Bildrechte: picture alliance / blickwinkel

Viele Menschen ekeln sich vor den flinken, lichtscheuen Insekten und fürchten sich davor, dass die Tiere Krankheiten übertragen könnten. Das Gegenteil trifft zu: Silberfischen in den eigenen vier Wänden sollten ein Alarmsignale für uns sein.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Schimmelbefall: Silberfische können ein Anzeichen dafür sein

Silberfischchen mögen es feucht, warm und süß. Wenn Sie diese Mitbewohner loswerden wollen, werden Sie ungemütlich: Lüften und saugen Sie regelmäßig. Bei größeren Ansammlungen sollten Sie misstrauisch werden: Sie sind ein Hinweis auf Schimmelbefall.

Per Mail sharen
Von
  • Marlene Riederer

Die tröstliche Nachricht: Silberfische sind nicht gesundheitsschädlich, denn sie übertragen keine Krankheiten. Da sie sich vergleichsweise langsam vermehren, treten sie meist nicht in Massen auf. Dafür werden die Tierchen aber ganz schön alt - bis zu acht Jahre können sie werden.

Silberfische lieben süße und stärkehaltige Nahrung

Silberfischchen sind flinke, lichtscheue, flügellose Insekten, die schätzungsweise bereits seit 300 Millionen Jahren auf dieser Erde leben. Ihr wissenschaftlicher Name lautet "Lepisma saccharina" und dieser verrät eine Vorliebe der Silberfischchen: Sie mögen es süß und stärkehaltig. Sie fressen gerne Zucker, Haferflocken, Tapeten und auch Papier. Ebenso lieben sie aber auch Eiweißhaltiges wie Haare und Hautschuppen.

© (c) dpa-infografik
Bildrechte: (c) dpa-infografik

Was ein Silberfisch alles verspeist. Tapete mit Kleister ...

Begegnung in der Nacht

Silberfischchen mögen es feucht und warm, sie "wohnen" gerne in Bad und Küche oder Waschküche: zwischen 20 und 30 Grad Celsius und bis zu 90 Prozent Luftfeuchte - da fühlen sich die Wohnungsfischchen richtig wohl. Senkt man in Bad und Küche die Luftfeuchtigkeit durch regelmäßiges Lüften, macht man es diesen unliebsamen Mitbewohnern schon recht ungemütlich. Silberfischchen trifft man tagsüber selten an. Sie huschen eher vorbei, wenn man nachts zur Toilette geht. Bei Tageslicht verstecken sie sich in Fugen und Ritzen, hinter Sockelleisten oder unter Kühlschränken. Nimmt man ihnen die Verstecke, indem man Ritzen und Spalten im Fußboden verschließt, wird man sie schneller los.

Mittel gegen Silberfischchen

Auch wenn Silberfischchen nicht gesundheitsschädlich sind, will man beim nächtlichen Gang aufs Klo nicht auf sie treten. Um sie loszuwerden, gibt es sanfte Methoden. Zu den sanften gehört, den Tieren auf einem Stück Papier etwas Futter anzubieten - zum Beispiel eine ausgehöhlte halbe Kartoffel. Die Silberfische lieben Stärke. Wenn sie sich dann zum Festschmaus versammelt haben, einfach das Ganze ins Freie transportieren.

Martialischere Varianten sind, mit einem Fön in Fugen und Ritzen zu pusten, um die Fischchen auszutrocknen. Auch eine Futtermischung aus Backpulver und Zucker tötet die Tiere. Klebefallen - Papier mit Honig beschmiert zum Beispiel - helfen auch, die Lästlinge loszuwerden. Und wenn keines der Hausmittel hilft, gibt es in Drogerien spezielle Köderfallen.

Am besten ist jedoch, dafür zu sorgen, dass sie sich gar nicht erst ausbreiten.

Tipps, um Silberfische fernzuhalten:

  • Ritzen und Fugen abdichten.
  • In Bad und Küche regelmäßig gründlich lüften, um die Luftfeuchtigkeit gering zu halten.
  • Vorräte in Gläsern mit Gummidichtung aufbewahren.
  • Haare und Hautschuppen im Bad täglich aufkehren.
  • Mit dem Fön in mögliche Verstecke blasen oder Kieselgur aus der Apotheke hineinstreuen.

Schimmel in der Wohnung

Misstrauisch sollten Sie werden, wenn sich in Ihrer Wohnung besonders viele Silberfische tummeln. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass irgendwo ein Schimmelbefall vorliegt. Die Pilzsporen sind für Silberfische eine ideale Nahrungsgrundlage, so können sie sich rasant vermehren und ausbreiten. Insofern können die Tierchen auch ganz nützlich sein, denn Schimmel gefährdet die Gesundheit.

Schimmel: Auswirkungen auf die Gesundheit

Allergiker, Asthmatiker und Personen mit einem geschwächten Immunssystem sind besonders anfällig für Erkrankungen, die durch herumfliegende Sporen ausgelöst werden können.

Aber auch Menschen ohne Vorbelastungen können Symptome wie Augenbrennen, Atemprobleme, Schleimhautreizungen, Kratzen im Rachen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Magen-Darm- und Gelenkbeschwerden oder gar Neurodermitis bekommen. Doch ist es schwierig, diese Krankheitssymptome direkt auf die Schimmelbelastung zurückzuführen. Denn es sind so unspezifische Symptome, dass sie auch auf andere Krankheiten zutreffen könnten.

Wie entsteht Schimmel?

In jeder Wohnung wird Feuchtigkeit produziert - sei es durchs Duschen, Kochen, Wäschetrocknen, Schwitzen etc. Diese Feuchtigkeit wird an die Raumluft abgegeben. Wenn die Luft warm, trocken und frisch ist, kann sie am meisten Feuchtigkeit aufnehmen. Ist die Luft hingegen kalt und verbraucht, schlägt sich die überschüssige Feuchtigkeit, die durch die Luft nicht mehr gebunden werden kann, an den kältesten Stellen im Raum nieder. Dort entsteht leicht Schimmel. Besonders Außenwände, Fensterlaibungen oder Dachfenster bieten hier ideale Bedingungen für Schimmelbildung. Deshalb ist es wichtig, ausreichend und richtig zu lüften und die Wohnung möglichst gleichmäßig zu beheizen.