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Saharastaub sorgt für tolles Morgen- und Abendrot | BR24

© Michael Sachweh

Sonnenaufgang im Saharastaub am 23. Februar 2021

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    Saharastaub sorgt für tolles Morgen- und Abendrot

    Jetzt ist er da: feiner Staub vom Sand der Sahara. Tagsüber trübt er vor allem den Himmel etwas ein und lässt die Sonne blasser werden. Doch Abendrot und Morgenrot sind dafür weitaus intensiver als normal.

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    Von
    • Heike Westram

    Schon vor zwei Wochen hat Saharastaub Straßen und Autos in Bayern rot gefärbt und wo schon Schnee lag, war dieser von einer rostroten Schicht bedeckt. Jetzt ist wieder feiner Wüstensand in der Luft über Bayern. Heute und morgen ist am meisten Saharastaub am Himmel.

    Regen ist nicht vorhergesagt, also wird der rote Sandstaub sich nicht am Boden niederschlagen wie vor zwei Wochen. Doch mancherorts färbt sich der Himmel gelblich bis rötlich - ein beeindruckender Anblick. Insbesondere bei Sonnenauf- oder -untergang! So wie heute Früh, als der BR-Meteorologe Michael Sachweh den Sonnenaufgang über Erding fotografierte (Bild oben.)

    "Heute (23. Februar 2021) ist unsere Atmosphäre besonders stauberfüllt. Auch wer sich nur selten für Naturschauspiele interessiert, wird sich am Morgen über die ungewöhnlich blasse Sonne und den beige-sepiafarbenen Himmel gewundert haben. Tagsüber ist die Sonnenscheibe kaum auszumachen, sie bildet nur einen riesigen weißlichen Fleck. Von einem tiefblauen Himmel kann keine Rede sein, er leuchtet eher in einem weißlichen Blassblau. Bei einer derart geschwächten Sonne fällt auch der Helligkeitsunterschied zwischen Schatten und Sonne ungewöhnlich gering aus." Dr. Michael Sachweh, Meteorologe
    © National and Kapodistrian University of Athens

    Saharastaub-Vorhersage für Dienstag, den 23. Februar 2021

    Ein Hoch brachte schon am Wochenende warme Winde aus Afrika nach Europa, und die tragen immer noch den feinen Saharastaub mit sich. Der Großteil des roten Sands wird zum Glück nicht zu uns geblasen, sondern zieht weit über den Atlantik - bis ins Amazonasgebiet.

    "Auch wenn jedes einzelne Wüstenstaubpartikel so leicht ist, dass es wie die Tropfen einer Wolke in der Luft zu schweben vermag, sind es in der Summe auf den gesamten Luftraum Bayerns hochgerechnet doch Tausende von Tonnen!" Dr. Michael Sachweh

    Abendrot und Morgenrot durch Saharastaub noch leuchtender

    Die Eintrübung des Himmels durch den Wüstensand lässt Abendrot und Morgenrot noch intensiver erscheinen. Abend- und Morgenröte entstehen durch die Atmosphäre der Erde, das Sonnenlicht streut. Morgens und abends treffen die Lichtstrahlen so flach auf die Erde, dass der blaue Lichtanteil herausgefiltert wird. Saharastaub am Himmel verstärkt dieses Phänomen noch.

    © dpa-Bildfunk/Sebastien Bozon

    Saharastaub am Himmel: Wüstensand färbt den Himmel rötlich

    Bis Mittwoch noch besonders lohnend

    Die höchste Dichte an Saharastaub ist für heute, Dienstag, vorhergesagt. Der Sonnenuntergang am Dienstagabend oder der Sonnenaufgang am Mittwochmorgen könnten also nochmal besonders farbenfroh werden, allerdings muss das Wetter mitspielen. Sonnenuntergang ist jeweils etwa um Viertel vor sechs Uhr abends, Sonnenaufgang um kurz nach sieben Uhr (Zeiten für München).

    "Wer beobachten möchte, wie sich der Himmel in eine wahre Farbsinfonie von gelb über orange bis zum flammenden Rot verwandelt, sollte sich die Zeiten der Dämmerung freihalten, um einen Platz in der ersten Reihe bei diesem Himmelsschauspiel einnehmen zu können." Dr. Michael Sachweh, Meteorologe

    Im Schnitt zieht Wüstenstaub etwa fünf bis 15 Mal pro Jahr aus der Sahara über Marokko und Frankreich nach Deutschland - vor allem im Frühjahr und Sommer.

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