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Rund 200 Fälle: Coronavirus breitet sich in China weiter aus | BR24

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Die Zahl bestätigter Fälle einer neuen Lungenkrankheit in China ist sprunghaft auf rund 200 gestiegen.

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Rund 200 Fälle: Coronavirus breitet sich in China weiter aus

Nach dem Ausbruch der rätselhaften Lungenkrankheit in China ist die Zahl der bestätigten Fälle sprunghaft auf rund 200 gestiegen. Mittlerweile gibt es drei Todesfälle.

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China meldet einen massiven Anstieg von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Inzwischen hätten sich mehr als 200 Menschen angesteckt, teilten die Behörden mit. Erstmals sei auch die Hauptstadt Peking betroffen. Dort seien zwei Fälle aufgetreten. Im Süden des Landes, in Shenzhen, wurde eine Infektion gemeldet. Die drei waren vorher in Wuhan gewesen, wie die Behörden mitteilten. Dort hat der Ausbruch seinen Anfang genommen. In der zentralchinesischen Stadt sind mittlerweile 136 neue Fälle dokumentiert, insgesamt sind dort 198 Menschen erkrankt, drei starben.

Herkunft nach wie vor unbekannt

Chinas Gesundheitskommission rät zur Vorsicht, da der Ursprung des neuen Typs von Coronavirus noch nicht gefunden sei. Auch sei nicht sicher, wie sich Menschen ansteckten. Es wird vermutet, dass das neuartige Virus aus der Tierwelt kommt. Die anfänglichen Infektionen wurden mit einem Fischmarkt in Wuhan in Verbindung gebracht. Der Markt ist mittlerweile geschlossen. Coronaviren verursachen oft harmlose Erkrankungen wie Erkältungen - allerdings gehören auch Erreger gefährlicher Atemwegskrankheiten wie Sars und Mers dazu.

Zahl der Infizierten könnte höher sein

Bis Sonntag waren erst rund 60 Fälle offiziell bestätigte worden. Doch gehen Forscher am britischen Zentrum für die Analyse globaler Infektionskrankheiten am Imperial College London davon aus, dass die Ausbreitung der Krankheit sehr viel größer ist als bisher bekannt. Nach ihrer Wahrscheinlichkeitsrechnung schätzen die Experten die Zahl der Patienten auf mehr als 1.700. Auch warnen die Experten vor einer möglichen Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch.

Entwicklung eines Impfstoffes wird Monate dauern

Christian Drosten, Leiter des Instituts für Virologie an der Berliner Charité, erklärte dem MDR, man habe im Moment nur wenig Daten über die Gefährlichkeit des Virus. In der Anfangsphase seien die Fallzahlen von gestorbenen Patienten höher als im späteren Verlauf. Würde man die aktuellen Zahlen jedoch hochrechnen, "dann hätten wir eine sehr gefährliche Erkrankung vor uns“, so der Virologe.

Auch die Entwicklung eines geeigneten Impfstoffes für das neue Coronavirus werde eine längere Zeit dauern. Nach Drosten könnte der Erreger jedoch verwandt mit dem Sars-Virus sein – dann könnte man bestimmte Impfstoffe auch für das neue Virus verwenden: "Aber auch dann liegen wir bei der Entwicklung im Bereich von vielen Monaten.“

Fieberkontrollen an Flughäfen

Die Weltgesundheitsorganisation hat bisher keine Reisewarnung für Touristen ausgesprochen. Die US-Gesundheitsbehörde rät aber Reisenden die Gegend um Wuhan, die dortigen Tiermärkte genauso wie den Kontakt mit Tieren oder mit kranken Personen zu meiden. Asiatische Nachbarn haben vorsorglich Fieberkontrollen bei Einreisenden aus China eingeführt. Auch die US-Flughäfen in New York, San Francisco und Los Angeles machen Gesundheitskontrollen bei Reisenden aus Wuhan.

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