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Rote Liste: Finnwale und Berggorillas weniger bedroht | BR24

© dpa-Bildfunk/Jürgen Bätz

Berggorillas gehören zu den bedrohten Arten. Doch die neue Rote Liste signalisiert Hoffnung.

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Rote Liste: Finnwale und Berggorillas weniger bedroht

Die Weltnaturschutzunion IUCN erfasst in ihrer Roten Liste 97.000 Tier- und Pflanzenarten. Fast 27.000 von ihnen sind bedroht, 10.000 mehr als vor zehn Jahren. Doch es gibt Positives: Die Situation von Finnwalen und Berggorillas hat sich verbessert.

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In den Weltmeeren leben nach Angaben von Naturschützern wieder mehr Finnwale. Diese Erfolge sind auf verschiedene Maßnahmen wie etwa die Einführung von Walfangverboten in den 1970er-Jahren zurückzuführen. Der Bestand der Finnwale hat sich seitdem auf rund 100.000 Exemplare ungefähr verdoppelt. Die IUCN stuft die Finnwale (Balaenoptera physalus) auf der aktuellen Roten Liste nicht mehr als "stark gefährdet", sondern als "gefährdet" ein.

Bestände von Walen erholen sich

Auch die Situation der Grauwale, die bisher als "vom Aussterben bedroht" galten, hat sich verbessert. "Die Bestände dieser Wale erholen sich dank der Verbote von kommerziellem Walfang, internationalen Vereinbarungen und weiteren Sicherungsmaßnahmen", sagte Randall Reeves von IUCN bei der Vorstellung der aktuellen Roten Liste im schweizerischen Gland.

Hoffnung für die Berggorillas

Die Zahl der Berggorillas in Zentralafrika hat sich nach Angaben der Weltnaturschutzunion ebenfalls deutlich erhöht. Bei den Berggorillas (Gorilla beringei beringei) hätten vor allem Maßnahmen gegen Wilderer zur positiven Entwicklung beigetragen. Die Tiere leben in geschützten Gebieten in Ruanda, Uganda und in der Demokratischen Republik Kongo. Laut IUCN ist die Zahl der Menschenaffen in den vergangenen zehn Jahren von etwa 680 auf mehr als 1.000 gestiegen. Sie werden nun als "stark gefährdet" und nicht mehr als "vom Aussterben bedroht" eingestuft.

"Einzelne Erfolge beim Artenschutz dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns in einem dauerhaften, ökologischen Ausnahmezustand befinden. Die weltweite biologische Vielfalt ist durch den Menschen in einem ständigen Krisenmodus gefangen." Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland

Neue Probleme durch Überfischung

Die IUCN-Experten warnen dagegen vor Problemen durch Überfischung. So sind dreizehn Prozent der Zackenbarsch-Arten weltweit und neun Prozent der rund 450 Fischarten im ostafrikanischen Malawisee vom Aussterben bedroht. Dieser Artenrückgang hat erhebliche Auswirkungen auf den Preis von Fisch weltweit und führt bei Millionen Menschen zu einer Verknappung eines wichtigen Lebensmittels.

Raubbau in Afrika für Bauholz

Und auch bei einigen Holzarten sehen die Naturschützer eine bedenkliche Entwicklung. Aus China steige die Nachfrage nach Bau- und Möbelholz, was wiederum zu Raubbau in Afrika führe.

© Bayerischer Rundfunk

Und wieder ist die Rote Liste länger geworden. Die Weltnaturschutzorganisation IUCN hat jetzt ihre neueste Auflistung gefährdeter Arten veröffentlicht: Zwar sind schon immer Arten verschwunden, doch nie ging es so schnell.