Zurück zur Startseite
Wissen
Zurück zur Startseite
Wissen

Retter auf vier Pfoten - Haustiere als Blutspender | BR24

© BR

Katzen und Hunde können als Blutspender ihren Artgenossen helfen.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Retter auf vier Pfoten - Haustiere als Blutspender

Auch Hund und Katze können Blut spenden. Aber das wissen nur wenige Halter, so eine Studie aus England. Dabei können Bello und Mieze mit einer Blutspende anderen Tieren das Leben retten.

Per Mail sharen

Haustiere sind heute fast Familienmitglieder. Werden sie krank, erwarten Halter ähnliche medizinische Unterstützung wie beim Menschen, zum Beispiel Bluttransfusionen.

Die meisten Halter wissen nichts übers Blutspenden bei Tieren

70 Prozent der Tierhalter wissen nicht, dass ihr vierbeiniger Hausgenosse für andere Tiere Blut spenden könnte. Aber 89 Prozent der Befragten gaben an, dass sie einer Blutspende grundsätzlich offen gegenüber stehen würden. Das ergab eine nicht-repräsentative Umfrage unter 158 Hunde- und Katzenhaltern, die am 27. Juni 2019 in der Fachzeitschrift "Vet Record" veröffentlicht wurde.

Große, schwere und gesunde Tiere sind die besten Spender

Hunde sollten als Blutspender für andere Hunde mindestens 15 Kilogramm auf die Waage bringen. Sie dürfen nicht älter als zehn Jahre sein, brauchen einen vollständigen Impfschutz und sollten gesund sein. Katzen müssen mindestens vier Kilogramm wiegen und sollten nach Möglichkeit reine Wohnungskatzen sein.

Es gibt bereits Blutbanken für Hunde und Katzen

Blutspenden für Tiere gibt es seit den 1980er-Jahren. Ursprünglich stammt das Verfahren aus den USA. Seit über 20 Jahren ist es auch in vielen anderen Ländern möglich. Große Tierarztpraxen und Kliniken haben mittlerweile sogar eigene Blutbanken, um im Notfall schnell handeln zu können.

Tierärzte brauchen viele Spender auf Pfötchen

An der Freien Universität Berlin haben Tierärzte 1996 die erste Blutbank für Hunde und Katzen in Deutschland eingerichtet. Rund 300 Hunde und 180 Katzen bekommen dort jedes Jahr eine Blutübertragung. Blut und seine Bestandteile lassen sich nicht unbegrenzt lagern. Deshalb braucht es immer wieder neue Spender auf Pfötchen.

Blutspenden ist im Notfall auch spontan möglich

Die Tierklinik Starnberg beispielsweise ist immer auf der Suche nach Blutspenden. Dort gibt es eine Spenderkartei, in die sich Interessierte eintragen können. Im Notfall kommt ein Anruf mit der Bitte, das eigene Haustier schnell in die Praxis zu bringen, um Blut zu übertragen.

Je kleiner und leichter das Tier ist, desto weniger Blut kann es spenden

Katzen brauchen bei der Spende in der Regel eine Beruhigung oder Narkose. Hunde kommen manchmal ohne Betäubung aus. Es werden nie mehr als sieben Milliliter Blut pro Kilogramm Körpergewicht entnommen. Macht bei einer durchschnittlichen Vier-Kilo-Katze 28 Milliliter - das ist weniger, als in eine Mokkatasse passt.

Tierblutspenden laufen ähnlich wie beim Menschen ab

Die tierischen Blutspender bekommen eine kostenlose Vorab-Untersuchung, ob sie gesund sind. Als Belohnung gibt es immer ein paar Leckerlis. Es ist auch möglich - je nach Bedarf - auch nur einzelne Blutbestandteile zu spenden. Nach dem Blutabnehmen sollte das Tier noch eine Weile ausruhen, genug Wasser trinken und sich bis zu 24 Stunden möglichst wenig anstrengen. Die Blutspende läuft also bei Menschen und Tieren ähnlich ab.

Künstliches Blut ist nur für die Erstspende geeignet

Es gibt auch künstliche Blutprodukte wie zum Beispiel Oxyglobin. Ein Stoff, der aus Hämoglobin und chemischen Zusätzen hergestellt wird. Er kommt bei Blutmangel zum Einsatz, vor allem, wenn kein natürliches Blut zur Verfügung steht. Allerdings kann künstliches Blut nur einmalig gegeben werden, ist nicht so gut verträglich wie natürliches Blut und auch deutlich teurer.

Auch Tiere haben verschiedene Blutgruppen

Zu beachten ist, dass auch Hunde und Katzen verschiedene Blutgruppen haben. Bei der Erstspende spielt das in der Regel keine Rolle. Brauchen Tiere aber öfter fremdes Blut, muss die Blutgruppe mit dem Spender übereinstimmen, weil es sonst zu Abstoßungsreaktionen kommen kann. Grundsätzlich gilt: Hunde spenden Hunden. Katzen spenden Katzen.

Blutspenden sind bei vielen Krankheiten notwendig

Eine Transfusion kann - wie beim Menschen - nach Unfällen mit hohem Blutverlust nötig werden. Das gilt auch bei Tumoroperationen oder Immunerkrankungen. Frisst ein Tier Rattengift, kann es zu heftigen Blutungen und Gerinnungsstörungen kommen. Leidet ein Tier an chronischer Niereninsuffizienz, werden zu wenige rote Blutkörperchen gebildet. Auch dann ist eine Blutspende notwendig.

Tierärzte rufen dazu auf, Haustiere als mögliche Spender registrieren zu lassen.