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Remdesivir als Medikament gegen Corona in Europa zugelassen | BR24

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Grünes Licht für Remdesivir: Die EU-Kommission hat eine bedingte Marktzulassung für den Wirkstoff zur Therapie gegen Corona erteilt. Remdesivir soll schwere Fälle der Lungenkrankheit abmildern können und Klinikaufenthalte um vier Tage verkürzen.

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Remdesivir als Medikament gegen Corona in Europa zugelassen

Das Medikament Remdesivir wird in Europa vorläufig zur Behandlung von Corona-Patienten zugelassen. Die Europäische Arzneimittelagentur empfiehlt das Mittel zur Behandlung von Corona-Patienten ab zwölf Jahren, die an einer Lungenentzündung leiden.

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Remdesivir wurde von dem US-Konzern Gilead eigentlich zur Behandlung von Ebola entwickelt. In den USA und Japan erhielt das Medikament bereits Ausnahmegenehmigungen für die Behandlung von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Jetzt ist es auch vorläufig in Europa zugelassen.

Remdesivir vorläufig einsetzbar

Die bedingte Marktzulassung in der EU bedeutet, dass die Wirkung und mögliche Nebenwirkungen während der Behandlung weiter untersucht werden. Die EU-weite Versorgung mit dem Mittel ist allerdings fraglich, denn die US-Regierung hatte Anfang der Woche mitgeteilt, sich nahezu die gesamte Produktion des Mittels für die nächsten Monate gesichert zu haben. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums ist das Mittel in Deutschland dennoch in ausreichendem Maße verfügbar, weil es Reserven gebe. Zudem sei mit der Zulassung auch eine Verpflichtung für Gilead verbunden, "in einem angemessenen Umfang" Remdesivir nach Europa zu liefern.

"Die heutige Zulassung eines ersten Medikaments zur Behandlung von Covid-19 ist ein wichtiger Fortschritt im Kampf gegen das Virus.“ Stella Kyriakides, EU-Gesundheitskommissarin

Behandlung wird beschleunigt

Die Europäische Arzneimittelkommission empfiehlt die Zulassung von Remdesivir ausschließlich für die Behandlung von erwachsenen Corona-Patienten sowie von Jugendlichen ab zwölf Jahren, die an einer Lungenentzündung leiden und mit Sauerstoff versorgt werden müssen.

Die Bewertung fußt im Wesentlichen auf einer Studie des US-Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID). Darin heißt es, dass Remdesivir die Behandlung von Corona-Patienten erheblich beschleunigen, jedoch vermutlich nicht die Sterblichkeitsrate senken könne. Eine internationale Studie mit über 1.000 Teilnehmern habe gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann - bei leichten bis mittleren Verläufen.

Weitere Mittel werden getestet

HIV-Medikamente, die dazu dienen, die Viruslast im Körper zu dämpfen, hatten bei anderen Coronaviren wie MERS und SARS vor Jahren einzelne Erfolge gezeigt. Daran knüpften Forscher weltweit an. Sie hofften, mit antiviralen Arzneien auch beim aktuellen Coronavirus SARS-CoV-2 etwas ausrichten zu können.

Neben Remdesivir gilt auch das Medikament Dexamethason als vielversprechend. In schweren Fällen von Covid-19 kommt es zu einer überschießenden Reaktion des Immunsystems, was den Verlauf der Krankheit massiv beeinträchtigen kann. Hier soll Dexamethason ansetzen. Es ist ein Steroidmedikament, schon viele Jahre ist es zum Beispiel für die Behandlung von Arthrose zugelassen und dabei dämpft es ebenfalls den Kampf des Immunsystems gegen den eigenen Körper. Die Anwendung des Steroids auch bei Covid-19 liegt also nahe.

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Remdesivir in EU zugelassen

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