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Prognose: Weltweit werden mehr Menschen schlechte Augen haben | BR24

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Weltweit werden mehr Menschen schlechte Augen haben

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    Prognose: Weltweit werden mehr Menschen schlechte Augen haben

    Der Trend geht dahin, dass mehr Menschen schlecht sehen werden, so die Weltgesundheitsorganistaion (WHO). Das liegt zum einen daran, dass die Menschen immer älter werden, zum anderen an den veränderten Lebensumständen.

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    Mehr Menschen auf der Welt werden schlechte Augen haben. Diesen Trend sagt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Welttag des Sehens am 10. Oktober voraus. Ursache seien die veränderten Lebens- und Arbeitsgewohnheiten der Menschen.

    Ursache: Alter und Diabetes

    Die Menschen werden immer älter - damit verbunden seien Sehbeeinträchtigungen, die im Alter zunehmen. Ein weiterer Faktor sei die wachsende Zahl der Diabetiker, die oft Schäden an der Netzhaut entwickeln. Auch das sorge für mehr Augenkrankheiten.

    Viel zu viel Bildschirm ...

    Zudem werden aber auch immer mehr Menschen kurzsichtig, weil sie viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, so die WHO. Eine übermäßige Nutzung von Smartphones, Tablets und Computern im frühen Kindesalter führt nach Angaben von Augenärzten zu mehr Kurzsichtigkeit. "Studien zeigen, dass Kurzsichtigkeit zu rund 50 Prozent vom Lebensstil beeinflusst wird", so Bettina Wabbels von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG).

    ... viel zu wenig Tageslicht

    Eine weitere Studie an mehr als 160.000 Probanden hatte im Mai 2018 herausgefunden, dass nicht nur das lange Lesen und Starren auf Bildschirme kurzsichtig mache, sondern besonders der Umstand, dass dies häufig drinnen bei künstlicher Beleuchtung geschehe. Wenig helles Tageslicht bedeutet bei Kindern und Jugendlichen ein hohes Risiko, kurzsichtig zu werden. Diese Studie wurde im Fachblatt "Nature Genetics veröffentlicht.

    Der Rat von Augenärzten lautet daher auch, Kinder mindestens zwei Stunden am Tag zum Spielen nach draußen zu schicken. Versuche in China, wo mittlerweile mehr als 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen von Kurzsichtigkeit betroffen sind, zeigen, dass der Anteil der Kurzsichtigen spürbar sinkt, wenn mehr Unterricht im Freien stattfindet oder die Kinder ihre Pausen an der frischen Luft verbringen.

    Eine Milliarde Menschen mit Sehbeeinträchtigungen

    Trotz aller Probleme in den Industrieländern, gravierend ist das Problem mit Sehbehinderungen vor allem in Ländern mit niedrigem Einkommen. Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit muss nach Angaben der WHO mit Sehbeeinträchtigungen leben, die mit teils simplen Mitteln beseitigt oder durch Eingriffe hätten verhindert werden können. Dabei handelt es sich etwa um Kurz- oder Weitsichtigkeit, einen grauen Star oder grünen Star (Glaukom).

    Augenbehandlungen: Es fehlt am Geld

    In vielen Ländern mit niedrigen Einkommen mangelt es an Augenärzten und Behandlungsmöglichkeiten. Insgesamt haben 2,2 Milliarden Menschen - mehr als jeder vierte - nach dem Bericht Sehbeeinträchtigungen oder sind blind. 65 Millionen sind wegen unbehandeltem grauen Star erblindet, und mindestens 800 Millionen Menschen bräuchten eine Brille, Kontaktlinsen oder andere Sehkorrekturhilfen, damit ihre schlechten Augen ihr Leben möglichst wenig beeinträchtigen.