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Prognose: Die Welt im Jahr 2035 - gesehen von der CIA

Die Welt ist kompliziert geworden, die Politik schwer berechenbar. Wer traut sich da noch, Prognosen abzugeben? Der National Intelligence Council hat für die CIA den Blick in die Zukunft gewagt – und zeichnet ein düsteres Bild. Von Andreas Trojan

Über dieses Thema berichtete Diwan - Das Büchermagazin am .

Den "National Intellegince Council", kurz "NIC" genannt, gibt es seit 1979. Seine Aufgabe ist es, von Zeit zu Zeit Szenarien für die politische, ökonomische und soziale Zukunft der Welt zu ermitteln. Der Bericht dient der CIA als Basis für mögliche Entscheidungen und wird dem jeweiligen Präsidenten der USA vorgelegt. Doch da es sich nicht um eine Geheimakte handelt, darf auch die Weltöffentlichkeit das Dokument lesen.

Sind wir noch zu retten?

Beim schnellen Durchblättern des Berichts "Die Welt im Jahr 2035" könnte man meinen: Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Oder: Was da geschrieben steht, weiß man eigentlich schon – die Welt ist nicht zu retten. Doch bei intensiverer Lektüre lassen sich die feinen Unterschiede ausmachen. Freilich, einige gravierende Faktoren werden uns bis ins Jahr 2035 verfolgen: Ströme von Migranten, die aus armen und von Kriegen gebeutelten Regionen in reichere Länder ziehen. Kriege sind stets möglich, auch solche mit Nuklearwaffeneinsatz. Klimaerwärmung und Umweltbelastung bleiben weiterhin heiße Themen.

Weniger extreme Armut, mehr Demokratiemüdigkeit

Zugleich ist weltweit ist der Anteil der Menschen, die in "extremer Armut" leben, die also weniger als 2 US-Dollar am Tag zur Verfügung haben, von 35 auf rund 10 Prozent gesunken. Gleichzeitig wird in den reichen Industriestaaten die Demokratiemüdigkeit immer offensichtlicher. "Die Demokratie selbst wird zunehmend angezweifelt", heißt es im Bericht. "Einige Studien haben herausgefunden, dass unter den Jugendlichen in Nordamerika und Europa die Unterstützung für die Meinungsfreiheit schwächer ausgeprägt ist als in der Generation ihrer Eltern."

Geopolitik

Und die globalen Mächteverhältnisse? In Russland werde, so der Bericht des NIC, der Nachfolger Putins große Anstrengungen unternehmen, die Beziehungen zu Europa zu reparieren. Und der nächste Präsident der USA "wird es mit einer Welt zu tun haben, in der geopolitische Konkurrenz zwar noch existiert, in der aber die großen Mächte gelernt haben, im Interesse der Selbsterhaltung auf Gebieten gemeinsamer Interessen miteinander zu kooperieren".