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Possoch klärt: CO2-Steuer als Klimaretter? | BR24

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Possoch klärt: Rettet die CO2-Steuer unser Klima?

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    Possoch klärt: CO2-Steuer als Klimaretter?

    Kommt die CO2-Steuer, müsste jeder Deutsche 2.090 Euro im Jahr für den Klimawandel zahlen. Wer sie will, was sie bringt und warum sie so was ist wie Penicillin. Possoch klärt!

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    Die Bundesregierung wollte die Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2020 eigentlich um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 senken - das Ziel wird aber aller Voraussicht nach verfehlt.

    "Fridays for Future" fordert: 180 Euro pro Tonne CO2

    Deswegen fordert die Protestbewegung "Fridays for Future" eine CO2-Steuer. Der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen müsse schnell so hoch werden wie die Kosten, die dadurch entstehen. Laut Umweltbundesamt müssten dann in Zukunft 180 Euro pro Tonne CO2 gezahlt werden.

    Ausgerechnet kurz vor der Europawahl im Mai wird jetzt also über Steuererhöhungen diskutiert. Was die Politiker zu der Steuer auf Kohlenstoffdioxid sagen, warum sie so was ist wie Penicillin und dadurch vieles teurer werden könnte - Possoch klärt!

    Das Video knüpft an "Possoch klärt: Fridays for Future - Schule schwänzen fürs Klima?" an und erklärt die Haltung von "Fridays for Future" zu einer CO2-Steuer.

    Insgesamt ist der Durchschnittsdeutsche nach Berechnungen des Umweltbundesamts für 11,61 Tonnen CO2-Ausstoß im Jahr verantwortlich. Sollte die Steuer kommen, müssten jährlich 2.089,80 Euro abgeführt werden.

    Butter, Flüge, Benzin - durch die CO2-Abgabe würde vieles teurer

    Vieles würde teurer werden - auch Butter und Hackfleisch. Statt 1,47 Euro könnte ein Liter Benzin dann 1,90 Euro kosten. Besonders wer ein Flugticket kauft, müsste in Zukunft tiefer in die Tasche greifen. Ein Flug von München nach Hamburg würde dann nicht mehr 70 Euro, sondern 98,80 Euro kosten.

    Laut dem aktuellen ARD-DeutschlandTrend sind 62 Prozent der Deutschen eher gegen die Einführung einer solchen CO2-Steuer, 34 Prozent sind eher dafür.

    Wann kommt die CO2-Steuer?

    Ob und vor allem wann die CO2-Steuer kommt, ist noch nicht sicher. In der Großen Koalition knirscht es. Die SPD will die von Umweltministerin Svenja Schulze initiierte Steuer, die CSU lehnt sie ab, die CDU ist noch unentschlossen.

    Auf Oppositionsebene im Bund sind die Grünen für eine für die Bürger insgesamt kostenneutrale Bepreisung von Kohlenstoffdioxid. Die Linke ist ebenfalls für eine CO2-Abgabe, sofern im Gegenzug die Stromsteuer abgeschafft wird und eine Rückverteilung erfolgt.

    Edenhofer: "Es kommt ganz bestimmt so was wie ein CO2-Preis"

    Die FDP sieht den Handel mit CO2-Zertifikaten als Lösungsmodell. Eine Steuer lehnt die Partei ab. Auch die AfD hat sich klar gegen eine CO2-Steuer positioniert.

    Die Freien Wähler im bayerischen Landtag sind für die Einführung.

    CDU-Vize Armin Laschet rechnet jedenfalls nicht damit, dass die CO2-Steuer noch in dieser Legislaturperiode kommt. Zwar brauche es marktwirtschaftliche Lösungen, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Wer mehr CO2 ausstoße, müsse dafür auch bezahlen. Bisher gebe es aber kein ausgewogenes Modell.

    Der Postdamer Klimaforscher Ottmar Edenhofer sieht Deutschland unter Zugzwang.

    "Ich weiß nicht, ob eine Steuer kommt, aber es kommt ganz bestimmt so was wie ein CO2-Preis. Und zwar nicht deshalb, weil Deutschland sich jetzt unbedingt eines Besseren besinnt, sondern Deutschland hat europarechtliche Verpflichtungen und wenn wir die nicht erfüllen, dann drohen uns Strafzahlungen." Ottmar Edenhofer, Potsdam Institut für Klimafolgenforschung, im Interview mit quer

    Wie könnte eine CO2-Steuer aussehen?

    Schweden zum Beispiel hat 1991 eine CO2-Steuer eingeführt, die von den Bürgern größtenteils ohne Wenn und Aber akzeptiert wurde. Warum und welche Rolle "Flugscham" dabei spielte? Und: Kann die CO2-Steuer die Erde vor der Klimakatastrophe bewahren? Possoch klärt!