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Es wird warm und sonnig: Mit dem Sommerwetter fliegen die Pollen - was tun?

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    Pollenflug: Wie man gut durch die Heuschnupfen-Zeit kommt

    Endlich – das Wochenende wird sommerlich. Einen Wermutstropfen gibt es für Heuschnupfen-Geplagte aber: Mit dem sonnigen Wetter nimmt auch der Pollenflug zu. Tipps, wie man die Pollen-Belastung und damit die Allergie-Beschwerden reduzieren kann.

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    Von
    • Marlene Riederer

    Am Wochenende gibt es endlich wieder einmal sommerliches Wetter in Bayern. Vor allem der Sonntag wird überwiegend sonnig und das Wetter lädt zu einem Ausflug an den Badesee oder zum Grillen ein. Aber nicht nur die Temperaturen und der Sonnenschein nehmen zu, auch der Pollenflug steigt an, warnt ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

    Vor allem Gräserpollen fliegen am Wochenende

    Heuschnupfen-Geplagte können in den kommenden Tagen ganz schön leiden, denn bei den Gräserpollen ist mit einer hohen Belastung zu rechnen, so der DWD-Sprecher. Auch die Roggenpollen fliegen nach Angaben des Landesamts für Gesundheit (LGL) schon vereinzelt - und das werde in den nächsten Wochen noch weiter zunehmen. Allergiker sollten sich vorab deshalb immer informieren, wie die Pollenbelastung für "ihre" Pollen gerade ist. Das LGL hat eine Seite eingerichtet, die den aktuellen Pollenflug in 3-Stunden-Intervallen für ganz Bayern zeigt.

    Auch der Pollenflugkalender des Deutschen Wetterdienstes bietet alle wichtigen Infos für Allergiker. Danach sollten Sie sich nach Möglichkeit richten - auch wenn eine Münchner Studie zeigt, dass die jahreszeitliche Pollenvorhersage nur einen Teil der aktiven Pollen offenbart.

    Allergenkalender gibt groben Überblick, wann was fliegt

    Ein Allergenkalender kann einen ersten Überblick verschaffen, wann welche Allergene eine Rolle spielen. So eröffnen zum Beispiel Erle und Hasel immer die Heuschnupfen-Saison. Wann das genau ist, hängt aber auch stark vom Wettergeschehen ab und in welcher Region man lebt.

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    Bildrechte: picture-alliance/ Globus Infografik | Globus Infografik

    Pollenflugkalender für Deutschland und Alpenländer ohne Angabe von Vor-, Haupt- und Nachblüte, da sie regional variiert und Pollen weit fliegen.

    Was genau ist eigentlich Heuschnupfen?

    Heuschnupfen ist eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte, für andere Menschen harmlose Pollen. Der Körper von Allergikern behandelt diese wie Krankheitserreger und versucht, sie mit Antikörpern zu bekämpfen.

    Dabei werden in den Schleimhäuten unter anderem Histamine freigesetzt, die zu Reaktionen wie Niesen, Juckreiz, roten und verquollenen Augen oder sogar zu Atemnot führen.

    Gut jeder Vierte in Deutschland leidet an Heuschnupfen

    Im Übrigen leidet gut ein Viertel aller Menschen im Laufe des Lebens mit Heuschnupfen, so der Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrums München. Der Fachbegriff lautet allergische Rhinitis. Und die Zahl der Betroffen nimmt ständig zu.

    Allergiker sollten die Allergene, auf die sie reagieren, so weit wie möglich meiden. Eine Radtour durch Felder und Wiesen ist für Gräserpollen-Allergiker wenig zu empfehlen, wenn diese gerade verstärkt fliegen.

    Tipps für Allergiker, sich vor Pollen zu schützen

    Das geht natürlich nicht immer: Auch bei starkem Pollenflug kann ein Arbeitnehmer nicht zuhause bleiben. Er kann nur einige Tipps beherzigen, wie er sich so gut wie möglich vor den Pollen schützen kann.

    • Bringen Sie an den Fenstern Pollengitter an.
    • Auch für das Auto gibt es Pollenfilter.
    • Saugen Sie die Wohnung regelmäßig mit Feinstofffiltern und wischen Sie die Böden öfter.
    • Ziehen Sie die Kleidung, die Sie draußen getragen haben, nicht im Schlafzimmer aus und legen Sie sie dort auch nicht ab.
    • Waschen Sie sich abends die Haare, damit Sie die Pollen nicht mit ins Bett nehmen.
    • Es gibt Luftreiniger für die Wohnung zu kaufen, die auch Pollen filtern können.
    • Hängen Sie ihre Wäsche nicht draußen zum Trocken auf.
    • Achten Sie beim Lüften auf die Tageszeiten! In der Stadt morgens zwischen 6.00 Uhr und 8.00 Uhr lüften. Auf dem Land dagegen am Abend zwischen 20.00 Uhr und 24.00 Uhr.
    • Hat man einen eigenen Garten, auf bekannte Allergene wie Birken, Erlen, Pappeln und Weiden verzichten. Das raten Ärzte inzwischen auch bei der Begrünung von Städten.
    • Nutzen Sie Apps zur Pollenvorhersage und versuchen Sie, sich danach zu richten, wenn möglich.
    • Wenn Sie einen entspannten Urlaub möchten, richten Sie ihre Urlaubsplanung danach aus, ob die Region pollenarm ist.

    Heuschnupfen-Behandlung zur Linderung der Symptome

    Pollen-Allergiker können ihre Situation auch durch ein paar lokale Maßnahmen verbessern. Nasensprays oder Augentropfen aus der Apotheke können die lästigen Symptome lindern.

    Daneben gibt es auch Medikamente gegen Heuschnupfen - sogenannte Antihistaminika. Sie helfen, die schlimmsten Symptome zu lindern. Sie hatten früher den Nachteil, sehr müde zu machen. Das ist heute nicht mehr der Fall. Auch wenn viele Medikamente in Apotheken freiverkäuflich sind: Die Einnahme sollte immer mit einem Arzt abgesprochen werden.

    Noch gibt es leider kein Allheilmittel bei der Behandlung von Heuschnupfen: Heuschnupfen-Geplagte müssen viel Energie aufbringen, die für sie geeignete Therapie zu finden. Bei manchen mag die Behandlung der Symptome ausreichen, bei anderen hilft eine Desensibilisierung.

    Heuschnupfen nicht auf die leichte Schulter nehmen

    Grundsätzlich gilt: Nehmen Sie allergische Reaktionen ernst. Auch wenn anfangs "nur" die Augen jucken und Sie öfter niesen müssen - gehen Sie zum Arzt! Denn was mit einigen lästigen Symptomen beginnt, kann sich zu einem allergischen Asthma auswachsen.

    Der Arzt kann feststellen, auf welche Pollen Sie genau allergisch reagieren - zum Beispiel mit einem sogenannten Pricktest. Das hilft Ihnen dann auch, gerade diese nach Möglichkeit zu vermeiden.

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