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Polarforscher Fuchs kritisiert Massentourismus in der Antarktis | BR24

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Der Polarforscher und Abenteurer Arved Fuchs sieht die Ausweitung des Tourismus in der Antarktis mit Sorge. "Das halte ich wirklich für gefährlich, weil dieser Kontinent ökologisch hochsensibel ist." Die Region habe Respekt verdient, betont er.

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Polarforscher Fuchs kritisiert Massentourismus in der Antarktis

Der Polarforscher und Abenteurer Arved Fuchs sieht die Ausweitung des Tourismus in der Antarktis mit Sorge. "Das halte ich wirklich für gefährlich, weil dieser Kontinent ökologisch hochsensibel ist." Die Region habe Respekt verdient, betont er.

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Früher kamen vor allem Wissenschaftler in die Antarktis, inzwischen reisen auch zahlreiche Touristen in die die eisige Region. Im Interview mit der radioWelt auf Bayern 2 kritisierte Polarforscher Arved Fuchs: "Es gibt mittlerweile eine Art Massentourismus. Und das halte ich wirklich für gefährlich, weil dieser Kontinent ökologisch hochsensibel ist. Und das muss man eben bei allem Interesse an wirtschaftlichen Unternehmungen berücksichtigen."

Lobby für den Naturschutz

Grundsätzlich halte er es für richtig, interessierten Menschen den Zugang zur Antarktis zu ermöglichen. "Der Antarktis-Schutzvertrag läuft 2041 aus. Und wenn niemand etwas über die Antarktis weiß, dann wird er sich auch nicht dafür verwenden, dass dieser Vertrag wieder verlängert und fortgesetzt wird. Deshalb ist diese Lobby für den Naturschutz sehr wichtig", betont Fuchs.

Flüge fast bis zum Südpol

Nichts halte er dagegen von Angeboten wie den sogenannten "Last Degree"-Expeditionen, wo die Reisenden per Flugzeug bis auf sechzig Meilen an den Südpol herangeflogen würden, um dann den Rest mit einem Führer zu Fuß zu gehen.

"Das ist natürlich Unfug. Der Weg dorthin ist das Ziel und nicht der Punkt als solcher, der völlig bedeutungslos ist." Polarforscher Arved Fuchs

Selbstkritik und Respekt

Er selbst habe mit seinen Expeditionen und Berichten darüber auch dazu beigetragen, dass die Antarktis als Touristenziel attraktiv geworden sei, räumte Fuchs ein. "Das muss man selbstkritisch anmerken. Auf der anderen Seite kann man natürlich eine solche Naturlandschaft nicht ausklammern", meinte der Abenteurer.

"Ich habe immer versucht, dieser Landschaft eine menschliche Dimension zu geben und auch mit dem nötigen Respekt vor dieser Landschaft dorthin zu gehen." Polarforscher Arved Fuchs

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