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Plastik in Ozeanen: Müllschlucker retten die Meere nicht | BR24

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Plastik in Ozeanen: Müllschlucker retten die Meere nicht

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Plastik in Ozeanen: Müllschlucker retten die Meere nicht

Hunderttausende Tonnen Plastik gefährden die Tier- und Pflanzenwelt in den Meeren. Schwimmende Müll-Fänger sollen die Abfälle abfischen. Bremer Forscher veröffentlichten dazu nun eine Studie. Die Ergebnisse sind ernüchternd.

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Schwimmende Barrieren, die Plastik sammeln, können nach einer wissenschaftlichen Studie nur einen kleinen Beitrag zur Reinigung der Meere leisten. "Technologien, wie vom Projekt Ocean Cleanup vorgeschlagen, werden uns nicht dabei helfen, das Plastikproblem zu lösen", sagte Agostino Merico vom "Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung" in Bremen.

"Wir müssen dringend überdenken, wie wir Plastik produzieren, konsumieren und entsorgen und wie wir nachhaltige Alternativen vorantreiben können", so der Mitautor einer Studie, die in der Zeitschrift "Science of the Total Environment" veröffentlicht wurde.

"Umwelt-Initiativen lösen das Problem nicht"

Plastik im Meer bedroht das Ökosystem. Meeresbewohner fressen oder verschlucken die Kunststoffteile und sterben oft daran. Zersetzt sich das Plastik, können giftige Stoffe ins Meer gelangen und schließlich auch von Menschen aufgenommen werden.

Mehrere private Initiativen setzen sich dafür ein, Müll aus den Meeren zu fischen. So sammelt zum Beispiel die niederländische gemeinnützige Organisation "The Ocean Cleanup" mit einer Abfangvorrichtung Plastik im Pazifik. Der Studie zufolge sind solche Initiativen bewundernswert und nützlich, lösen aber das große Problem nicht.

Die Wissenschaftler schätzen, dass derzeit 399.000 Tonnen Plastik an der Wasseroberfläche der Ozeane schwimmt. Bis zum Jahr 2052 könne es sich mehr als verdoppeln, so ihre Annahme. Deshalb untersuchten sie Mithilfe mathematischer Modelle die Produktivität von 200 schwimmenden Barrieren, die Plastik sammeln, um es später an Land zu recyceln oder zu verbrennen.

Müll aus dem Meer ist schwer zu recyceln

Nach dem Szenario könnten die Vorrichtungen über einen Zeitraum von 130 Jahren etwas mehr als fünf Prozent der geschätzten globalen Gesamtmenge aus den Meeren holen. "Angesichts der riesigen Mengen an Plastikmüll ist das ein eher geringer Beitrag", sagt Sönke Hohn vom "Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie" in Bremen und Mitautor der Studie.

Die Wissenschaftler befürchten zudem, dass Technologien wie schwimmende Müllschlucker eine Rechtfertigung für eine weitere Verschmutzung der Umwelt liefern könnten.

Sie verweisen darauf, dass der im Meer gesammelte Müll schwer zu recyceln ist, weil er vielfältig und oft mit Mikroorganismen bewachsen sei. Der Aufwand für eine Sortierung ist demnach sehr hoch. Verbrennen oder Vergraben sei aus ökologischen Gründen unpraktisch, denn so könnte der Boden verunreinigt werden oder CO2 in die Atmosphäre gelangen.

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© BR (2018)

Der junge Niederländer Boyan Slat testet gerade eine riesige Plastikbarriere vor der kalifornischen Küste. Kim Cornelius Detloff vom NABU kritisiert das Projekt und sagt: Wirklich hilfreich ist nur die Plastikvermeidung an Land.