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Pinguine: Kuriose Fakten über Herren UND Damen im Frack | BR24

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Am 20. Januar ist Ehrentag der Pinguine. Hier sind springende Felsenpinguine zu sehen.

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Pinguine: Kuriose Fakten über Herren UND Damen im Frack

Pinguine können trotz Flügeln nicht fliegen. Dafür sind die Vögel besonders flink unter Wasser. Wir haben ein paar kuriose Fakten über die tierischen Frackträger gesammelt.

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1. Pinguine fliegen unter Wasser

Pinguine bewegen sich an Land unbeholfen, doch im Wasser zeigen sie ihr ganzes Können. Sie sind schnelle und wendige Schwimmer. Kaiserpinguine können sogar bis zu 18 Minuten untertauchen. Sie sind auch die Größten ihrer Art und werden bis zu 1,20 Meter groß. Eselspinguine hingegen, die kleinsten unter den Pinguinen, tauchen nicht so tief und schaffen es höchstens zwei Minuten unter Wasser zu bleiben. Sie werden nur rund 1,5 Kilogramm schwer und 30 Zentimeter groß. Pinguine gleiten im Wasser, als ob sie fliegen. Im Laufe der Evolution haben sie gelernt, ihre Flügel im Wasser wie Flossen und an Land als Sprunghilfen zu benutzen. Beim Laufen helfen sie ihnen, das Gleichgewicht nicht zu verlieren.

2. Pinguine sind gesellige Tiere

Zur Brutzeit bilden die Seevögel große Kolonien. Gerade für Pinguine, die in den Polarregionen leben, ist das Zusammenleben überlebensnotwendig. Bei eisigen Temperaturen bis zu minus 40 Grad können sie sich gegenseitig wärmen, wenn sie dicht zusammenrücken. Dabei wechseln sie immer wieder ihre Positionen. Kaiserpinguine brüten im arktischen Winter und haben ganz spezielle Techniken entwickelt, um ihre Jungen vor dem Erfrieren zu schützen. Sieben Wochen bleiben sie ganz nah bei Mutter und Vater, danach spielen die Jungtiere zusammen, damit ihre Eltern verstärkt auf Nahrungssuche gehen können. Im "Pinguinkindergarten" lernen die jungen Pinguine gemeinsam das Überleben.

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Am 20. Januar ist Ehrentag der Pinguine. Im Bild: Königspinguine.

3. Der Pinguin-Effekt

Der Lebensraum der Pinguine ist nahe am Wasser. Dort finden sie ihre Nahrung, wie Tintenfische, Krill oder kleine Fische, dort begegnen sie jedoch auch ihren Feinden. Um sich vor ihnen zu schützen, benutzen sie den Trick, einen Mutigen voraus zu schicken. Wenn Pinguine Hunger haben, gehen sie meist in kleinen Gruppen auf Nahrungssuche und beobachten zunächst, ob im Wasser Gefahr lauert. Einer wagt den Sprung, erst dann springen alle anderen Tiere hinterher. Ein Verhaltensphänomen, das als Pinguin-Effekt bezeichnet wird.

4. Pinguine unternehmen strapaziöse Reisen

Im Süden Südamerikas leben die Magellan-Pinguine. Nach der Brutzeit ziehen sie in den Norden. Auf der langen Reise verhungern vor allem Weibchen. Allen Pinguinen macht der Klimawandel zu schaffen, Wetterextreme erschweren ihre Nahrungssuche.

5. Pinguine sind uns ganz schön ähnlich

Pinguine gehören zu den wenigen Tierarten, die aufrecht auf zwei Beinen gehen, auch wenn es etwas unbeholfen wirkt. Mit ihrem aufrechten Gang und ihrer Geselligkeit sind sie uns ganz schön ähnlich. Wer diese Ähnlichkeit noch mehr betonen will, kann am 20. Januar, dem Ehrentag der Pinguine, in ein weißes Hemd und einen schwarzen Anzug schlüpfen. Nicht umsonst wird der Frack als "Pinguin" bezeichnet. Die nächste Gelegenheit für dieses Outfit bietet sich am 25. April: Dann findet der Welt-Pinguin-Tag statt. Ein weiterer Tag, um diesen bemerkenswerten Tieren mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

6. Können Pinguine hören?

Das können sie, ihnen fehlen lediglich die äußeren Ohrmuscheln. Nur wer genauer hinschaut, entdeckt unterhalb der Augen, verdeckt durch spezielle Federn, den äußeren Gehörgang. Pinguine können Töne in einem Frequenzbereich von 100 bis 15.000 Hertz wahrnehmen, die hohen Töne ähnlich gut wie wir Menschen, die tiefen etwas weniger gut. Der Hörsinn ist besonders für die Pinguinküken lebenswichtig, denn sie müssen den Ruf der Eltern erkennen können, wenn sie gefüttert werden wollen. Und da Pinguine in riesigen Kolonien nisten, geht es dort manchmal recht laut zu. Da bei starken Hintergrundgeräuschen Rufe mit niedrigeren Frequenzen besser übertragen werden, müssen die Tiere in diesem Bereich gut hören.

7. Wie gut können Pinguine hören?

Ob und wie gut Pinguine hören können, ist bisher allerdings erst in einer einzigen Studie an drei Pinguinen im Jahr 1969 untersucht worden. Im Auftrag des Umweltbundesamts ist deshalb im Januar 2018 am Deutschen Meeresmuseum Stralsund ein dreijähriges Forschungsprojekt zum Hörvermögen von Pinguinen gestartet. Wie bei einem Hörtest lernen die Tiere anzuzeigen, wann sie ein Tonsignal an Land gehört haben und werden dafür mit Futterfischen belohnt. Im Anschluss erledigen sie diese Aufgabe auch tauchend unter Wasser. Das Projekt "Hearing in Penguins" soll die Frage beantworten, wie sensibel Pinguine auf natürliche und von Menschen verursachte Schallereignisse reagieren – sowohl an Land als auch unter Wasser.

© BR

Pinguine sind perfekte Schwimmer und verbringen viel Zeit unter Wasser. Doch in unseren Meeren wird es immer lauter. Ob das die Pinguine in ihrem Überleben beeinträchtigt, wollen Forscher in Stralsund mit speziellen Pinguin-Hörtests herausfinden.

Mehr über den Hörsinn von Pinguinen in der Sendung IQ - Wissenschaft und Forschung, 05.07.2019, 18:05 Uhr, Bayern 2