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Pilze - Hüter der ökologischen Balance | BR24

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Pilze im Wald

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    Pilze - Hüter der ökologischen Balance

    Lange Zeit sorgten die Pilze für Streit unter Wissenschaftlern. Sind sie eher Pflanze oder Tier? Eigenschaften haben sie von beiden Seiten und mittlerweile gesteht man den Pilzen auch ein eigenes Reich zu.

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    Sind Pilze Pflanzen oder Tiere? Einige Eigenschaften ihrer Zellen sind typisch für Pflanzen. Doch anders als bei diesen bestehen die Zellwände der Pilze nicht aus Cellulose, sondern aus Chitin. Dem Stoff, aus dem die Zellwände der meisten Gliederfüßler und Insekten gemacht sind. Außerdem besitzen Pilze kein Chlorophyll, können also nicht wie Pflanzen aus Licht und Kohlendioxid Zucker herstellen. Ein Dilemma, das lange für Streit unter den Wissenschaftlern gesorgt hat. Mittlerweile gesteht man den Pilzen deshalb ein eigenes Reich zu.

    Recycling ist ihre Stärke

    Die Welt der Pilze ist groß - unüberschaubar groß: 500.000 Arten gibt es weltweit nach Schätzungen von Mykologen, andere gehen von der doppelten oder dreifachen Menge aus. Nur einen Bruchteil davon haben Wissenschaftler bis heute untersucht. Den Schwammerlsucher freilich interessieren weder Schlauch-, Algen-, oder Schleimpilze noch Schimmelpilze, die unsere Lebensmittel mit einem blaugrünen Belag überziehen - für den Kochtopf kommen nur einige Großpilze in Betracht, von denen es in unseren Breiten rund 4.000 bis 5.000 Arten gibt. All diesen Pilzen ist gemein, dass sie im Naturhaushalt die Rolle des Zersetzers von organischem Material übernommen haben.

    Strategien bei der Zuckerjagd

    Pilze brauchen Kohlenhydrate - und haben die unterschiedlichsten Strategien entwickelt, um daran zu kommen. Nicht immer geht das im Einvernehmen mit den Quellen - das erfahren etwa Menschen, die den Hefepilz Candida albicans im Übermaße in ihrem Darm haben. Im Wald von Forstleuten gefürchtet und von Pilzsammlern geschätzt ist ein anderer Schmarotzer: der Hallimasch. Er kann Bäume schädigen und sogar zum Absterben bringen. Gleichzeitig ist er ein begehrter Speisepilz.

    © picture-alliance/dpa

    Hallimasch-Pilze an einem Baumstumpf

    Tausche Kohlenhydrate gegen Wasser

    Eine andere Strategie, an Kohlenhydrate zu gelangen, ist es, abgestorbenes Material zu besiedeln. Zu diesen sogenannten Saprophyten gehört zum Beispiel der Ästige Stachelbart oder der Zunderschwamm, den man früher zum Feuermachen benutzte. Wiederum andere Pilze haben sich darauf spezialisiert, von einer Lebensgemeinschaft oder "Symbiose" mit Bäumen zu profitieren. Mit dem weit verzweigten Pilzgeflecht, dem Mycel, nehmen die Pilze auch noch kleinste Mengen an Nährstoffen und Wasser aus tiefen Bodenschichten auf und stellen sie dem Baum zur Verfügung. Der Baum versorgt den Pilz dafür mit Produkten aus der Photosynthese, zum Beispiel Zucker. Unter anderem die meisten bei Pilzsammlern besonders beliebten Röhrenpilze zählen zu diesen sogenannten "Mykorrhizapilzen".

    Autor
    • Andreas Fruth
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