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Physik-Nobelpreisträger Genzel: "Bin wahnsinnig dankbar" | BR24

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Damit gerechnet hatte er nicht: Eigentlich sei er raus aus dem Geschäft, seit er den renommierten Crafoord-Preis bekommen hatte. Doch nun erhält der Forscher für seine Arbeit in der Max-Planck-Gesellschaft auch noch den Nobelpreis für Physik.

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Physik-Nobelpreisträger Genzel: "Bin wahnsinnig dankbar"

Der Physik-Nobelpreis geht heuer unter anderem an den Garchinger Astrophysiker Reinhard Genzel und seine Kollegin Andrea Ghez (USA) für Forschungen zu Schwarzen Löchern. Genzel zeigte sich überrascht über die Ehrung.

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Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr zur einen Hälfte an Roger Penrose (Großbritannien) sowie zur anderen Hälfte an Reinhard Genzel (Deutschland) und Andrea Ghez (USA) für Forschungen zu Schwarzen Löchern. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit.

Genzel und Ghez für Forschung zu Schwarzen Löchern ausgezeichnet

Reinhard Genzel ist Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching bei München und Professor in Berkeley in den USA. Genzel wurden 1952 in Bad Homburg geboren. Er und Andrea Ghez werden ausgezeichnet für die Entdeckung eines supermassiven kompakten Objekts im Zentrum unserer Galaxie. Die beiden Forscher entdeckten, dass ein unsichtbares und extrem schweres Objekt die Umlaufbahnen der Sterne im Zentrum unserer Galaxie beherrscht. Ein supermassives Schwarzes Loch sei dafür die einzige derzeit bekannte Erklärung.

"Das war kein Heureka-Moment über eine Woche, das war eine Sache, die hat 30 Jahre gedauert", sagte Genzel im Interview mit der radioWelt auf Bayern 2. Man müsse dazu sehr viel Geduld und ein tolles Team haben.

Genzel: "Hab's nicht erwartet"

Genzel erfuhr durch einen Anruf aus Stockholm von der Ehrung. "Ich hab's wirklich nicht erwartet", sagte er bei einer Pressekonferenz. Er habe 2012 von der Schwedischen Akademie bereits den Crafoord-Preis erhalten. "Normalerweise ist man raus aus dem Geschäft", erläuterte der 68-Jährige. Er sei für den Nobelpreis "wahnsinnig dankbar".

Für ihn sei die Auszeichnung so schön, weil es auch eine Ehre für die Max-Planck-Gesellschaft sei, "die uns so viel zur Verfügung gestellt hat". Und es sei eine Ehre für das ganze Team, das 30 Jahre geschuftet habe, "um uns immer besser zu machen".

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Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenshaften hat heute die Preisträger des diesjährigen Physik-Nobelpreises bekannt gegeben. Unter ihnen auch der Astrophysiker Reinhard Genzel.

Roger Penrose (geboren 1931) bekommt den Preis für die Entdeckung, dass die Bildung von Schwarzen Löchern eine robuste Vorhersage der Allgemeinen Relativitätstheorie ist.

Das Preisgeld beträgt in diesem Jahr mit zehn Millionen schwedische Kronen (950.000 Euro) eine Million Kronen mehr als im Vorjahr. Das Geld müssen sich die Preisträger derselben Kategorie teilen.

Tag zwei der Nobelpreis-Saison: Vergabe des Physik-Nobelpreises

Im vergangenen Jahr hatten sich der US-Kosmologe James Peebles sowie die Schweizer Exoplaneten-Entdecker Michel Mayor und Didier Queloz die Auszeichnung für ihre Beiträge zum Verständnis des Kosmos geteilt.

Mit der Bekanntgabe der Preisträger für Medizin begann am Montag die diesjährige Nobelpreis-Saison. Ausgezeichnet wurden die US-Forscher Harvey Alter und Charles Rice sowie ihr britischer Kollege Michael Houghton für die Entdeckung des Hepatitis-C-Virus. In den kommenden Tagen folgen der Preis für Chemie und Literatur. Am Freitag wird der Träger des diesjährigen Friedensnobelpreises bekanntgegeben. Die Reihe der Bekanntgaben endet am Montag, 12. Oktober, mit dem von der schwedischen Reichsbank gestifteten sogenannten Wirtschafts-Nobelpreis.

Preisverleihung im Zeichen der Corona-Pandemie

Die feierliche Vergabe aller Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Preisverleihung im Dezember in Stockholm abgesagt, die Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo findet in kleinerem Rahmen statt.

Wie so vieles steht auch die Vergabe der Nobelpreise unter dem Eindruck der weltweiten Corona-Pandemie. Um die Gefahr einer gegenseitigen Ansteckung gering zu halten, werden auch die Nobelfeiern in diesem Jahr weniger pompös und festlich verlaufen.

Wilhelm Conrad Röntgen erhält ersten Physik-Nobelpreis

Den ersten Physik-Nobelpreis hatte 1901 der deutsche Physiker Wilhelm Conrad Röntgen für die Entdeckung der nach ihm benannten Röntgenstrahlen erhalten. Seitdem wurden 212 weitere Persönlichkeiten in der Kategorie ausgezeichnet.

Häufig gehen die wissenschaftlichen Auszeichnungen an mehrere Preisträger gleichzeitig, die entweder gemeinsam oder zum selben Fachgebiet geforscht haben.

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Seit vielen Jahren forscht Reinhard Genzel am Max-Planck-Institut an sog. Schwarzen Löchern. Nun hat er dafür den Physik-Nobelpreis erhalten.

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