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Physik-Nobelpreis an Forscher aus den USA, Frankreich und Kanada | BR24

© Ecole polytechnique, Jérémy Barande; University of Waterloo; The Royal Swedish Academy of Science, Nature Photonics

Physik-Nobelpreisträger Gérard Mourou, Arthur Ashkin, Donna Strickland

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    Physik-Nobelpreis an Forscher aus den USA, Frankreich und Kanada

    Der Nobelpreis für Physik geht heuer an den US-Wissenschaftler Arthur Ashkin, den französischen Forscher Gérard Mourou und Donna Strickland aus Kanada. Sie werden für ihre bahnbrechenden Entwicklungen in der Laserphysik ausgezeichnet.

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    Von
    • Jan-Claudius Hanika

    Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert erhält wieder eine Frau den Physiknobelpreis. Die Kanadierin Donna Strickland wird zusammen mit dem Franzosen Gérard Mourou für ihre Methode zur Generierung hoch intensiver, ultrakurzer optischer Impulse geehrt. Die andere Hälfte des Preises geht an den US-Amerikaner Arthur Ashkin für eine optische Pinzette und ihre Anwendung in biologischen Systemen. Die Erfindungen der diesjährigen Preisträger hätten die Laserphysik revolutioniert, begründete die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm ihre Entscheidung.

    Mit Laserstrahlen lebendige Bakterien packen

    Mit der optischen Pinzette lassen sich winzige Partikel, Atome, Viren und andere lebende Zellen mit einem Laserstrahl packen. Dieses neuartige Werkzeug erlaubte Ashkin einen alten Science-Fiction-Traum wahr werden zu lassen, nämlich physische Objekte mithilfe des Strahlungsdrucks von Licht zu bewegen. Ihm gelang es, kleine Partikel in das Zentrum eines Laserstrahls zu stoßen und dort festzuhalten. Zu einem Durchbruch kam es 1987, als Ashkin die Pinzette dazu benutzte, um lebende Bakterien zu fassen, ohne sie dabei zu verletzen. Er begann sofort, biologische Systeme zu untersuchen. Heute ist die optische Pinzette ein weitverbreitetes Werkzeug, um die Mechanismen des Lebens zu untersuchen, etwa Proteine, molekulare Motoren, DNA oder das Innenleben von Zellen.

    "Diese Technologie hat völlig neue Möglichkeiten geschaffen, die Maschinerie des Lebens zu beobachten. Science-Fiction ist Wirklichkeit geworden." Aus der Begründung der Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften

    Superkurze und intensive Laserpulse

    Die zweite Hälfte des Preises teilen sich der Franzose Gérard Mourou und Donna Strickland aus Kanada. Sie werden für ihre Methode zur Generierung hoch intensiver, ultrakurzer optischer Impulse geehrt. Strickland und Mourou hätten den Weg zur Entwicklung des kürzesten und intensivsten Laserimpulses geebnet, den Menschen je geschaffen hätten, begründete die Akademie ihre Preisvergabe. Diese Technik, genannt CPA (chirped pulse amplification), habe neue Forschungsfelder eröffnet und zu zahlreichen Anwendungen in Medizin und Industrie geführt. Heute wird sie beispielsweise bei Augenoperationen eingesetzt. Der 1944 geborene Mourou arbeitet an der École polytechnique bei Paris. Die 15 Jahre jüngere Strickland hat bei ihm studiert.

    Dritte weibliche Nobelpreisträgerin für Physik

    Vor Donna Strickland haben erst zwei Frauen den Physiknobelpreis erhalten: Marie Curie 1903 und Maria Goeppert-Mayer im Jahr 1963.

    "Zuerst muss man denken: Das ist verrückt." Erste Reaktion von Donna Strickland auf die Nachricht des Nobelkomitees

    Auch Arthur Ashkin ist ein außergewöhnlicher Preisträger. Mit 96 Jahren ist er der älteste Mensch, dem bislang ein Nobelpreis zuerkannt wurde.

    Verleihungszeremonie im Dezember

    Die Auszeichnung ist mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 870.000 Euro) dotiert und wird für bahnbrechende Forschungen und nicht für eine Lebensleistung vergeben. Sie kann auf bis zu drei Personen verteilt werden. Im vergangenen Jahr waren der in Berlin geborene Rainer Weiss sowie Kip Thorne und Barry Barish für den Nachweis von Gravitationswellen im All mit dem Preis geehrt worden. Übergeben werden die Preise am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel, in Stockholm.