BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Feldhase, Rebhuhn und Fasan: Neue Lebensräume in der Oberpfalz | BR24

© BR/Matthias Supé

Wildtiere, Vögel und Insekten finden in unserer Kulturlandschaft immer weniger Lebensraum. Ein Grund: die intensive Landwirtschaft. In Lappersdorf geht man andere Wege.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Feldhase, Rebhuhn und Fasan: Neue Lebensräume in der Oberpfalz

Wildtiere, Vögel und Insekten finden in unserer Kulturlandschaft immer weniger Lebensraum. Ein Grund: die intensive Landwirtschaft. In Lappersdorf geht man andere Wege.

Per Mail sharen

In Lappersdorf bei Regensburg ist es gelungen, Landwirtschaft und Lebensräume für Wildtiere unter einen Hut zu bringen. Die Gegend ist ein Wildlebensraum-Modellgebiet, das größte in Bayern, mit einem eigenen Wildlebensraum-Berater. Er hat die Aufgabe, die Bauern davon zu überzeugen, auf ihrem Land Platz für Wildtiere zu schaffen. Dafür eignen sich ganz besonders Blühflächen.

Nahrungsquelle Blühfläche

In Blühflächen herrscht "Ruhe" – hier findet keine ständige Pflege statt, es wird nicht gemäht oder gemulcht. Unter diesen Bedingungen können zum Beispiel wieder Ameisenhaufen entstehen. Die Eier in den Ameisenhaufen sind eine wichtige Nahrungsquelle für viele Vögel - sie liefern ihnen tierisches Eiweiß. In der Agrarlandschaft fehlen solche Strukturen häufig und vor allem Jungtiere drohen zu verhungern.

Schutz für bedrohte Tierarten

Vögeln wie dem Rebhuhn soll in Lappersdorf geholfen werden. Das Rebhuhn gilt als gefährdet und steht auf der Roten Liste. In Europa ist sein Bestand seit 1980 um über 90 Prozent zurückgegangen. Im Wildlebensraum-Modellgebiet sollen Wiesenstreifen mit Rebhuhn-freundlichen Pflanzenmischungen dabei helfen, dass es überleben kann. Da sie in den Blühstreifen nicht gestört werden, können Rebhühner hier in Ruhe brüten.

Mehr Lebensräume in der Landwirtschaft

Noch gibt es in der Agrarlandschaft, so Wildlebensraum-Berater Balduin Schönberger, viele Räume, die sehr intensiv genutzt werden und nicht aufgebrochen sind, nicht aufgelockert werden. Zum Wohl der Tiere müssten mehr Strukturen geschaffen und diese untereinander besser vernetzt werden.

Förderung vom Staat

Hier kommt es auf die Bauern an. Karl Wallner zum Beispiel hat in Lappersdorf knapp drei Hektar Land zur Verfügung gestellt. Über 40 verschiedene Pflanzenarten gibt es hier, das Saatgut für rund 1200 Euro musste er selbst bezahlen. Dafür bekommt er für die Fläche in den nächsten fünf Jahren insgesamt 9000 Euro als Förderung vom Staat. Da die Fläche ein etwas ertragsärmerer Standort ist, lohnt sich für Karl Wallner dieses Fördermodell.

Die Rückkehr der Tiere in Lappersdorf

In Lappersdorf wurden über 120 Maßnahmen umgesetzt. Auf gut 80 Hektar Fläche sind 18 Kilometer vernetzter Lebensraum entstanden. Und die Natur dankt's: Rebhühner und Fasane siedeln sich wieder an. Der Bestand an Feldhasen hat sich verdoppelt. Auch seltene oder rückläufige Vogelarten finden wieder Heimat, wie der Stieglitz, die Feldlerche oder die Goldammer.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!