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Oberpfälzer Fischadler haben Nachwuchs | BR24

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Seit mehr als 20 Jahren versucht ein Artenschutzprojekt Fischadler wieder anzusiedeln und es zeigen sich inzwischen Erfolge in der Oberpfalz. Dieses Jahr gibt es vielleicht sogar so viele Junge, wie noch nie. Jetzt bekommen sie Ringe verpasst ...

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Oberpfälzer Fischadler haben Nachwuchs

Die Fischadler haben wieder Nachwuchs. Nirgendwo in Bayern fühlt sich der seltene Vogel so wohl wie in der Oberpfalz. Insgesamt zehn Fischadler nisten in der Region. In diesen Tagen werden die Jungtiere beringt.

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Seit den 80er-Jahren ist der Fischadler zurück in der Oberpfalz, dank eines Artenhilfsprojekts. Die Ansiedlung der ausgerotteten Art ist langwierig, heuer aber sieht es gut aus mit dem Nachwuchs. Das sagen Daniel Schmidt-Rothmund vom Vogelschutzzentrum des Naturschutzbundes und der ehrenamtliche Betreuer in Bodenwöhr (Lkr. Schwandorf), Paul Baumann. Demnach seien fast überall drei Junge im Horst, das deutet möglicherweise auf knapp 40 Jungtiere in ganz Bayern hin.

Jungvögel werden beringt

Die jungen Vögel werden in diesen Tagen beringt, damit sie europaweit wieder identifiziert werden können. Kletterer der Bayerischen Staatsforsten holen die Jungen zum Beringen jeweils aus dem Nest. Am Boden werden die Jungtiere dann auch gewogen und gemessen. In den kommenden Wochen lernen sie das Fliegen.

In der Oberpfalz leben zehn Brutpaare, dazu gibt es je ein weiteres Fischadler-Paar in Mittelfranken und in Oberfranken.

Reise nach Afrika

Die Fischadler haben maximal drei Junge im Jahr, viele davon aber sterben früh. Ab August etwa fliegen sie nach Afrika, verbleiben dort ein bis zwei Jahre und kehren dann zurück. Viele von ihnen überleben die lange Reise über das Mittelmeer und die Sahara nicht, sagt Experte Schmidt-Rothmund.

Fischadler fressen ausschließlich Fisch und nutzen gerne künstlich angelegte Horste, die ruhig liegen. Förster und Waldbesitzer sollten daher in einem Umkreis von 300 Metern rund um den Horst im Sommer keine Arbeiten erledigen.

Für das Artenhilfsprojekt arbeiten die Regierung der Oberpfalz, Forstbetriebe, Waldbesitzer, Naturschutzverbände, US-Army und viele Ehrenamtliche zusammen. Im Jahr 2019 sind laut Regierung der Oberpfalz 36 junge Fischadler ausgeflogen. Wie es derzeit aussieht könnte die Zahl der Jungtiere heuer sogar getoppt werden in Bayern.

Auch der Seeadler ist wieder da

Neben Fischadlern sind auch Seeadler wieder zurück in Bayern. Auch sie fühlen sich in der Oberpfalz besonders wohl. Sie bauen sich ihren Horst jeweils selbst und ernähren sich auch von Aas, Enten oder sogar Graugänsen.

Der Seeadler ist laut Experten der größte Vogel in Europa. Die Standorte der Horste sind aber geheim, da die Adler sensibel sind und viel Ruhe brauchen. Im Gegensatz zum Wolf oder Fischotter handelt es sich bei den wieder angesiedelten Fisch- und Seeadlern nicht um sogenannte Problemtierarten.

Die Adler treiben die natürliche Selektion voran, indem sie nur die schwachen und kranken Fische fressen. Zudem ernähren sich Seeadler auch von Kadavern auf den Straßen. Laut Regierung der Oberpfalz gibt es 23 Seeadlerpaare in Bayern, die meisten davon in der Oberpfalz.

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Die Fischadler haben wieder Nachwuchs. Nirgendwo in Bayern fühlt sich der seltene Vogel so wohl wie in der Oberpfalz. Insgesamt zehn Fischadler nisten in der Region. In diesen Tagen werden die Jungtiere beringt.

Reise nach Afrika

Die Fischadler haben maximal drei Junge im Jahr, viele davon aber sterben früh. Ab August etwa fliegen sie nach Afrika, verbleiben dort ein bis zwei Jahre und kehren dann zurück. Viele von ihnen überleben die lange Reise über das Mittelmeer und die Sahara nicht, sagt Experte Schmidt-Rothmund.

Fischadler fressen ausschließlich Fisch und nutzen gerne künstlich angelegte Horste, die ruhig liegen. Förster und Waldbesitzer sollten daher in einem Umkreis von 300 Metern rund um den Horst im Sommer keine Arbeiten erledigen.

Für das Artenhilfsprojekt arbeiten die Regierung der Oberpfalz, Forstbetriebe, Waldbesitzer, Naturschutzverbände, US-Army und viele Ehrenamtliche zusammen. Im Jahr 2019 sind laut Regierung der Oberpfalz 36 junge Fischadler ausgeflogen. Wie es derzeit aussieht könnte die Zahl der Jungtiere heuer sogar getoppt werden in Bayern.

Auch der Seeadler ist wieder da

Neben Fischadlern sind auch Seeadler wieder zurück in Bayern. Auch sie fühlen sich in der Oberpfalz besonders wohl. Sie bauen sich ihren Horst jeweils selbst und ernähren sich auch von Aas, Enten oder sogar Graugänsen.

Der Seeadler ist laut Experten der größte Vogel in Europa. Die Standorte der Horste sind aber geheim, da die Adler sensibel sind und viel Ruhe brauchen. Im Gegensatz zum Wolf oder Fischotter handelt es sich bei den wieder angesiedelten Fisch- und Seeadlern nicht um sogenannte Problemtierarten.

Die Adler treiben die natürliche Selektion voran, indem sie nur die schwachen und kranken Fische fressen. Zudem ernähren sich Seeadler auch von Kadavern auf den Straßen. Laut Regierung der Oberpfalz gibt es 23 Seeadlerpaare in Bayern, die meisten davon in der Oberpfalz.

© BR/Margit Ringer

Die jungen Vögel werden beringt, damit sie wieder identifiziert werden können. Kletterer holen die Jungen zum Beringen jeweils aus dem Nest.

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Die Fischadler haben maximal drei Junge im Jahr, ab August fliegen sie nach Afrika und bleiben dort ein bis zwei Jahre.

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Am Boden werden die Jungtiere auch gewogen und gemessen. In den kommenden Wochen lernen sie das Fliegen.

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