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Die Feldlerche - ein selten gewordener Allerweltsvogel
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Autoren

Heike Westram
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Die Feldlerche - ein selten gewordener Allerweltsvogel

Es sind vor allem unsere Allerweltsvögel, die fast unbemerkt verschwinden: der Star, Vogel des Jahres 2018, der Spatz oder die Lerche. Millionen Vögel sind in Deutschland in wenigen Jahren verschwunden, immer mehr Vogelarten stehen auf der Roten Liste. Die Gründe für das Verschwinden der Vögel sind vielfältig. In erster Linie ist es für die meisten Vogelarten bei uns viel zu "sauber" und aufgeräumt:

Deutschland ist für die Vögel zu aufgeräumt

Flächenversiegelung und intensive Landwirtschaft lassen die Vögel ohne Brutplätze und ohne Futter zurück. Denn die meisten Vögel fressen Insekten oder verfüttern die an ihre Brut. Doch Pestizide und Monokulturen verursachen ein großes Insektensterben. Vogelschützer, egal ob vom Landesbund für Vogelschutz (LbV) oder NABU, sind sich einig: Wenn es nicht mehr pflanzliche Artenvielfalt gibt, gibt es viele Vogelarten bei uns bald nicht mehr.

Alle Privatgärten zusammen ergeben ein gigantisches Naturschutzgebiet

Doch dagegen können wir etwas tun, jeder von uns: Der ehemalige Chef-Ornithologe vom Bodensee, der frühere Direktor des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Radolfszell Prof. Peter Berthold, hat eine ganz einfache Rechnung im Kopf: Zählt man alle Hausgärten in Deutschland zusammen, machen die ganze vier Prozent der Gesamtfläche Deutschlands aus - genausoviel, wie alle Naturschutzgebiete Deutschlands zusammen.

Wenn jeder von uns seinen Garten zu einer ökologischen Herberge macht, dann könnte man zumindest einem Viertel unserer heimischen Vogelarten das Überleben sichern, meint Berthold. Und das Schöne ist: Dafür müssen Sie gar nicht viel machen, nämlich am besten: Gar nichts! Lassen Sie Ihren Garten mehr verwildern, am besten bestückt mit heimischen Sträuchern. Setzen Sie sich auf einen Stuhl und schauen Sie einfach zu, wie ein bisschen Wildnis um Sie entsteht.

Sie haben keinen Garten? Dann säen Sie auf Ihrem Balkon heimische Blühpflanzen, hängen Sie ein kleines Insektenhotel an die Wand und bieten Sie das ganze Jahr über Futter für die Vögel.

Sie haben nicht mal einen Balkon? Dann verzichten Sie öfter mal auf Billigfleisch aus Massentierhaltung - sonst gibt es bald keinen Spatz mehr, der das noch länger von den Dächern pfeift.