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Der Corona-Selbsttest: Nutzen und Grenzen | BR24

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In Kürze kommen die ersten Corona-Selbsttests in die Supermärkte und Drogerien und da stellt sich dann vielen die Frage: Wie wende ich die eigentlich korrekt an und was können die bringen - und was nicht?

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Der Corona-Selbsttest: Nutzen und Grenzen

Der Corona-Test zum Selbermachen kommt in die Läden. Er ist aber kein Ersatz für den offiziellen Schnelltest. Da stellen sich Fragen: Was bringt der Selbsttest und was ist zu tun, wenn der positiv ausfällt?

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Von
  • Christoph Dicke
  • Josef Häckler

Der Corona-Test zum Selbermachen – schon ab morgen gibt es ihn sogar in den ersten Lebensmittelläden zu kaufen - zum Beispiel für 5 Euro pro Test. Allerdings ersetzt dieser Laien-Schnelltest für daheim nicht den offiziellen Schnelltest, wie er zum Beispiel seit Dezember in Pflegeheimen oder Betrieben zum Einsatz kommt. Dieser wird von geschultem Personal durchgeführt, das Ergebnis wird zertifiziert. Was bringt dann der Selbsttest - und was tun, wenn der positiv ist?

Gurgeln, Spucken, Lutschen – oder ganz klassisch mit dem Wattestab hinein in die Nase: Die Vielfalt ist groß bei den sogenannten Selbsttests auf Corona, auch Laien-Schnelltests genannt.

Selbsttest mit Wattestab für die Nase

Das Münchner Tropeninstitut zeigt, wie der Selbsttest mit Wattestab funktioniert. Infektiologe Günter Froeschl drückt ihn für die BR-Sendung "Münchner Runde" einer Probandin in die Hand – und die dreht ihn ganz vorsichtig fünfmal im Nasenloch herum, etwa zwei Zentimeter tief. Das reicht beim Selbsttest, auch wenn Froeschl sagt: "Je tiefer, desto besser." Danach tunkt der Mediziner den Wattestab in das mitgelieferte Mini-Reagenzglas mit einer Lösung. Und die träufelt er auf einen kleinen, in Plastik gerahmten Teststreifen. Nach einer Viertelstunde - das Ergebnis:

"Die C-Linie, also die Kontroll-Linie, ist sichtbar. Das heißt: Der Test ist gültig. Die T-Linie ist nicht sichtbar, das Ergebnis ist also negativ. Also mit einer hohen Wahrscheinlichkeit sind sie nicht infektiös. (...) Aber morgen kann das schon komplett anders aussehen." Dr. Günter Froeschl, Tropeninstitut München

Grenzen von Schnell- und Selbsttests

Denn klar ist: Auch der Selbsttest ist wie alle Antigen-Schnelltests nur eine Momentaufnahme. Im Gegensatz zum verlässlicheren PCR-Test im Labor benötigen die Schnelltests eine größere Menge an Viren, um ein positives Ergebnis anzuzeigen, sagt das Robert-Koch-Institut. Schon 24 Stunden später kann ein vormals negativ Getesteter Corona-positiv sein.

Und dann gibt‘s laut einer Untersuchung der Berliner Charite noch Anwendungsfehler: Im Vergleich zu medizinisch geschultem Personal entdeckten Laien in einem Test mit denselben Probanden deutlich weniger Infizierte. Ein Viertel davon blieb beim Selbsttest unentdeckt.

Trotz dieser Mängel: Die Chance mit den Schnelltests ist groß, hoch-ansteckende Menschen ohne Symptome schneller herauszufinden als bei den gründlicheren PCR-Labortests.

Positiver Selbsttest – und nun?

Was ist zu tun, wenn mein Test in der heimischen Küche positiv ausfällt? Das Ergebnis freiwillig zu melden, hat ja schon bei der Corona-WarnApp nicht immer funktioniert. Doch eine Meldepflicht gilt bisher nur bei Tests, die von qualifiziertem Personal durchgeführt wurden.

"Es muss unbedingt eine Verpflichtung in die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung hinein, dass man immer, wenn man einen positiven Selbsttest gemacht hat, sich beim Gesundheitsamt meldet und den qualifizierten PCR-Test machen muss." Ruth Waldmann, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion

Kommt die Meldepflicht?

Ob so eine Meldepflicht gerichtsfest formuliert werden kann, hätte die Regierung längst klären können, klagt Waldmann. Gesundheitsminister Klaus Holetschek, CSU, sieht das Problem durchaus - und setzt bis zu einer Lösung auf das Prinzip Verantwortung:

"Wenn Sie den Test im Discounter jetzt kaufen und Sie machen es daheim, dann ist es ja schon für Ihre eigene Gesundheit wichtig, dass Sie sich (bei positivem Ergebnis) isolieren, dass Sie einen PCR-Test machen. Das muss man in der Eigenverantwortung jedes Einzelnen mit sehen." Gesundheitsminister Klaus Holetschek, CSU

Eintritt nur mit zertifiziertem Schnelltest

Ein negativer Corona-Selbsttest ist allerdings keine Eintrittskarte in Einrichtungen, die so etwas künftig verlangen. Hier arbeitet die Staatsregierung an einer Art Test-Pass. Werden Schnelltests nämlich von dazu beauftragtem Personal durchgeführt, dann soll das Testergebnis mit Unterschrift in diesem Pass stehen. Spätestens Anfang April soll jeder Erwachsene diesen Schnelltest einmal pro Woche kostenlos machen können.

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Emilio Morenatti

In Kürze kommen die ersten Corona-Selbsttests in die Supermärkte und Drogerien und da stellt sich dann vielen die Frage: Wie wende ich die eigentlich korrekt an und was können die bringen - und was nicht?

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