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Notfallplan für den Handy-Akku

Das Handy schaltet sich ab, obwohl der Akku noch gar nicht leer sein kann? Das kommt vor, wenn es recht kalt ist. Nicht ärgern: Das ist reiner Selbstschutz des Smartphones und hat mit der elektrischen Spannung im Akku zu tun. Von Patrizia Kramliczek

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Um die Kälte-Empfindlichkeit zu verstehen, ist ein Blick in das Innenleben des Smartphone-Akkus nötig. In der Regel handelt es sich um einen Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Akku, der unter anderem eine zähe Flüssigkeit enthält.

Wenn die Spannung zu weit sinkt

"In einem Akku bewegen sich die Elektronen in einer gel-artigen Flüssigkeit. Bei Kälte wird sie zähflüssiger und die Elektronen können sich nicht mehr so leicht bewegen", erklärt Alexander Spier, Redakteur bei der Computer-Zeitschrift c't. Der Effekt: Die elektrische Spannung sinkt. Fällt sie unter etwa drei Volt, schalte sich das Smartphone automatisch aus. "Das ist ein Schutzmechanismus, weil sonst der Akku Schaden nehmen könnte", so Spier. Ein Schutz mit Pufferzone. Denn richtig schlimm würde es wohl erst unter 1,5 Volt:

"Der Akku würde sich dann chemisch zersetzen. Bei sehr geringer Spannung bilden sich Kupferbrücken im Akku. Die sorgen für einen Kurzschluss innerhalb der Zelle. Das kann sogar zu Bränden führen, weil die Reaktion dann unkontrolliert abläuft." Auch wenn dieser Prozess nicht zum bösen Ende führt, er lässt sich nicht rückgängig machen.

Zu Schäden komme es allerdings sehr selten. Dazu müsste das Handy, vermutet Spier, schon wochenlang entladen in der Kälte liegen. Generell gelte, dass Hersteller eine Nutzung unter null Grad nicht empfehlen.

Auch geladene Akkus steigen aus

Schaltet sich das Handy in der Kälte ab, heißt das nicht zwangsläufig, dass der Akku leer ist. Kommt das Gerät wieder ins Warme und wird eingeschaltet oder ans Stromnetz angeschlossen, wird auch die Restladung sichtbar. So kann es zum Beispiel sein, dass der Batteriestatus plötzlich wieder bei 30 oder 40 Prozent liegt.

Warm halten

Ob ein Akku im Winter seinen Dienst versagt, hängt übrigens nicht vom Fabrikat ab. "Billigakkus sind zwar anfälliger", sagt Spier, "aber bei Highend-Produkten unterschiedlicher Hersteller ist das Verhalten in etwa gleich."

Es gebe zwar auch Geräte mit eingebauter Heizung für den Akku. "Aber das sind nur einige wenige Business-Geräte, die auch die Funktion bis -20 Grad oder darunter garantieren." Gedacht ist so etwas zum Beispiel für Menschen, die draußen in der Kälte arbeiten müssen - sei es bei Transportunternehmen, Notfalldiensten oder auf dem Bau.

Für den Normalnutzer bleibt nur, sein Smartphone mit Körpernähe warm zu halten - in der Hosentasche oder Innentasche der Jacke.