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Nikolaustag: Darum stellen wir zum 6. Dezember den Stiefel raus | BR24

© BR/Julia Müller

Zum Nikolaustag: Ran an die Schokolade

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Nikolaustag: Darum stellen wir zum 6. Dezember den Stiefel raus

6. Dezember - Nikolaustag! Alle Jahre kommt er wieder, der Heilige Nikolaus. Oder war es doch der Weihnachtsmann? Das dürfte Kindern relativ egal sein. Hauptsache, er bringt Schokolade. Denn Schokolade macht glücklich. Warum eigentlich?

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Der Nikolaus ist als Gabenbringer für Kinder bekannt. Am Vorabend des Nikolaustags stellen Kinder ihre Schuhe vor die Tür, die von ihm und seinem Helfer, Knecht Ruprecht, mit Süßigkeiten und Schokolade befüllt werden.

Der Nikolaus von Myra

Berichtet wird, dass Nikolaus um 280 nach Christus in Patras (Griechenland) geboren und im Jahr 300 in Myra (heutige Türkei) zum Bischof geweiht wurde. Zeitgenössischen Quellen zufolge nahm er im Jahr 325 am ersten ökumenischen Konzil der Kirchengeschichte teil – dem Konzil von Nizäa. Zwischen 345 und 351 nach Christus soll er an einem 6. Dezember gestorben sein.

Nikolaus soll bereits zu Lebzeiten ein "Anwalt der Armen und Rechtlosen" gewesen sein. Der Legende nach soll er drei arme Mädchen gerettet haben, die ihr Vater in seiner finanziellen Not zur Prostitution nötigen wollte. Nikolaus schenkte jeder einen goldenen Apfel und sicherte den Dreien mit dieser Mitgift die Möglichkeit zu einer standesgemäßen Heirat. Das Leben unschuldig eingesperrter Menschen soll der Nikolaus gerettet, außerdem Stürme besänftigt und seine Heimat vor einer Hungersnot bewahrt haben.

Der Legende nach soll Nikolaus nach seinem Tod jedes Jahr zur Weihnachtszeit durch Myra gezogen sein, um vergoldete Äpfel und Nüsse vor die Hütten der Armen zu legen. Außerdem erweckt er Verstorbene wieder zum Leben.

Noch ein Nikolaus könnte zum heutigen beigetragen haben

Es gibt aber auch die Theorie, dass bei der Figur des Nikolaus zwei historische Personen verschmolzen sind: Nämlich eben der Nikolaus von Myra und ein weiterer Nikolaus, Abt von Sion, Bischof von Pinora (gestorben am 10. Dezember 564, ebenfalls in Lykien). Aus diesen historischen Persönlichkeiten soll sich demnach ab dem 6. Jahrhundert die Legende des Nikolaus entwickelt haben.

Gütiger Gabengeber mit Rauschebart

Erst seit 1555 ist Nikolaus als Gabenbringer für Kinder belegt. Strümpfe und Schuhe werden von ihm und seinem Helfer, Knecht Ruprecht, heimlich mit Süßigkeiten befüllt. Seit dem 17. Jahrhundert ist der Nikolaus immer öfter auch ein sichtbarer Schenker. Er kommt in die Häuser und sorgt für große Kinderaugen. Und manchmal auch große Furcht, denn dieser Nikolaus lobt nicht nur, er straft auch mal. Der Heilige ist zum Erzieher geworden. Und kommt nicht immer allein ...

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Früher war der Nikolaus Gaben-Bringer, aber vor allem gestrenger Moralapostel und Gebets-Kontrolleur. Und seine Gehilfen mitunter angsteinflößend. Auch heute noch muss er erziehen - aber durch Loben.

Böse, böse: Knecht Ruprecht und der Krampus

Den strafenden Part des Pädagogen Nikolaus übernahm oft eine zweite Gestalt: sein Begleiter Knecht Ruprecht. Er hat die gefürchtete Rute dabei und in seinem Sack sind nicht nur Äpfel, sondern auch mitgenommene Kinder: Damit drohte man den Kleinen früher. In Bayern begleitet den Nikolaus eher der Krampus, der dem Knecht Ruprecht zwar ähnelt, aber auch mal ohne Heiligen Nikolaus unterwegs ist.

Und noch ein bärtiger Geschenkebringer: Der Weihnachtsmann

Der Weihnachtsmann mit weißem Bart und rotem Gewand, der den Kindern mancherorts am Heiligen Abend die Geschenke überreicht, geht auf den niederländischen "Sinterklaas" zurück. Für die weltweite Verbreitung dieses Bildes vom Nikolaus sorgte um die Jahrhundertwende die Firma "Coca Cola", die ihn für Werbung in ihren Firmenfarben benützte.

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In der Schweiz heißt der Nikolaus Samichlaus und hat "Schmutzli" dabei. Der niederländische Nikolaus sollte besser schwimmen können, denn er ist auf dem Wasser unterwegs.

Nikolausgaben: Obst, Nüsse - und Schokolade

Nüsse gehören seit jeher zu den Gaben des heiligen Nikolaus. Sie sind nicht nur lecker, sondern auch äußerst nahrhaft. Eine gewisse Symbolik steckt natürlich auch dahinter: Die Nüsse sind ein kostbares Geschenk des Sommers, das die Menschen den harten Winter über bei Kräften halten soll. So wie Äpfel, die ebenfalls traditionell zu den Nikolausgaben gehören. Die Schokolade kam dann erst später dazu.

Glücksbringer Schokolade

Der Gipfel des Schokoladenkonsums liegt im Winter - in der Advents- und Weihnachtszeit. Und das hat seinen Grund: Es ist eine Zeit, in der sich bei manchen die Stimmung parallel zur Jahreszeit verdunkelt. Dieses winterliche Stimmungstief wird (mit)verursacht durch einen reduzierten Spiegel des Glückshormones Serotonin im Gehirn. Der Schokolade wird nachgesagt, dass sie den Serotoninspiegel im Gehirn anheben kann. Das merkt, wer einen Seelentröster sucht und zum dunkel-glänzenden Hüftgold greift. Ins Wahrheit ist die Konzentration der glücklich machenden Inhaltsstoffe aber viel zu gering. Egal, inwieweit das mit dem Glück und der Schokolade nun tatsächlich stimmt: Kinder macht sie in jedem Fall glücklich!

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Heute ist es wieder soweit: in ganz Bayern warten die Kinder gespannt auf den Besuch des Heiligen Nikolaus, der Lob und manchmal auch leichten Tadel ausspricht. Ein Brauch, der schon Jahrhunderte alt ist. Seitdem hat sich so einiges verändert.