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Niesen und Schnupfen: Was tun, wenn die Nase läuft? | BR24

© picture-alliance/dpa

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    Niesen und Schnupfen: Was tun, wenn die Nase läuft?

    Niesen und Schnupfen sind wohl die lästigsten und auffälligsten Erkältungssymptome. Doch warum niesen wir eigentlich? Und gibt es Hilfe gegen Schnupfen und Co.?

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    Gelangen Fremdkörper, zum Beispiel Staubkörner in die Nase, setzen sie sich auf den Schleimhäuten ab. Dadurch werden die Nasenschleimhäute gereizt. Durch das Niesen werden die Fremdkörper schnell und effizient aus der Nase befördert. Zuerst atmet man tief und ruckartig ein und stößt die Luft mit bis zu 900 Stundenkilometern aus. Damit der so nach draußen beförderte Staub nicht in die Augen kommt, sorgt derselbe Reflex dafür, dass wir sie dabei automatisch zukneifen. Das Niesen ist also ein Selbstreinigungsmechanismus der Nase.

    Ähnlich kommt das Niesen bei einer Erkältung zu Stande. Hier produziert die Nase viel mehr Schleim als sonst. Durch den ständigen Sekretfluss wird die Schleimhaut stärker und öfter gereizt. Ergebnis: Man niest bei einer Erkältung häufiger.

    Explosionsartige Vermehrung

    Schnupfen kann von über 200 verschiedenen Viren und Bakterien verursacht werden. In der Nase befällt der winzige Erreger sofort die Schleimhaut. Er dockt mit seinen Rezeptoren an der Zelle an, dringt in sie ein und programmiert sie um. Er bringt die Zelle dazu, nur noch Erreger herzustellen. Anschließend stirbt die Zelle. Explosionsartig vermehren sich die Viren oder Bakterien. Und der Körper reagiert: Die Schleimhaut entzündet sich und produziert verstärkt Schleim. Dadurch sollen die Viren weggeschwemmt werden.

    Und was hilft?

    Hat uns ein Atemwegsinfekt erwischt, hilft meist nur, den Infekt auszusitzen - ganz nach einer weit verbreiteten Ansicht: Ein Schnupfen kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage. Man kann einzig die Symtome mit einer Vielzahl von Mitteln lindern:Tabletten, Sprays, Tropfen, Nasensprays und Hausmittelchen. Sie lindern die Symptome, bekämpfen aber nicht den Schnupfen. Die Entwicklung eines echten Anti-Schnupfen-Mittels ist aufwändig. Denn um den über 200 verschiedenen Viren und auch Bakterien den Garaus zu machen, reicht ein einziges Medikament wohl kaum aus. Ob es je ein Schnupfenmedikament geben wird, steht in den Sternen.

    "Trompeten" schadet

    Doch zum Glück haben die Schnupfenforscher bereits andere wichtige Erkenntnisse gewonnen, etwa zum Nase putzen. Kräftiges "Trompeten" befreit nicht vom Schnupfen, im Gegenteil: Es kann sogar schaden. Der unglaubliche Druck könnte verschiedenen Organen oder Organbestandteilen im Kopf schaden.

    Wie die Ansteckung verhindern?

    "Gar nicht!", lautet die frustrierende Erkenntnis. Einzige Empfehlung, um das Ansteckungsrisiko etwas zu verringern: Häufiges Hände waschen! So wird man wenigstens dort die Bakterien oder Viren wieder los. Außerdem mit den Händen möglichst nicht Nase, Mund und Augen berühren - an den Schleimhäuten ist die Eintrittspforte für die Erreger.

    Forschung

    In einem legendären Versuch haben britische Wissenschaftler schon in den 50er-Jahren festgestellt: Beim Niesen werden die Keime mit bis zu 150 km/h aus der Nase geschleudert und weit verteilt. Auf einer Party wurde ein Schnupfenträger eingeschleust. Sein Nasenschleim wurde mit einer fluoreszierenden Flüssigkeit gekennzeichnet. Der so Präparierte versprühte nicht nur seinen Charme, sondern auch den fluoreszierenden Nasenschleim. Und siehe da: Schon nach wenigen Minuten waren das gesamte Essen und die Nasen fast aller Partygäste mit der leuchtenden Flüssigkeit bedeckt. Die Schnupfenviren waren überall.