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Neuseeländische oder bayerische Milch: Was ist billiger? | BR24

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Was genau hat eine Kuh in Neuseeland mit den niedrigen Milchpreisen für bayerische Bauern zu tun? Jede Menge. Denn wie viel Geld der bayerische Milchbauer letztlich in der Tasche hat, bestimmt der Weltmarkt. Und die Politik. Und letztlich: Wir alle.

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Neuseeländische oder bayerische Milch: Was ist billiger?

Was genau hat eine Kuh in Neuseeland mit den niedrigen Milchpreisen für bayerische Landwirte zu tun? Jede Menge. Denn wie viel Geld der bayerische Milchbauer in der Tasche hat, bestimmt der Weltmarkt. Und die Politik. Und letztlich: wir alle.

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Bayerische Bauern produzieren zu viel Milch. Viel mehr, als in ihrer Heimat selbst verbraucht werden kann. Grund dafür sind zwei politische Entscheidungen. Zum einen wurde 2015 die Milchquote von der EU abgeschafft. Bauern durften ab sofort so viel Milch produzieren, wie sie wollten. Und dann fördert die Politik zusätzlich auch noch die Bauern, die neue und immer größere Ställe bauen.

Milch-Überschüsse gehen ins Ausland

Das Ergebnis: noch mehr Milch. Wohin aber mit dem Überschuss? Ins Ausland! Fast die Hälfte der deutschen Milch geht mittlerweile in den Export. Auf dem Weltmarkt müssen sich die Freistaat-Bauern dann aber messen – mit ihren Kollegen auf der ganzen Welt. Je billiger, desto besser. Und genau bei den Kosten schneiden die bayerischen Landwirte oft nicht so gut ab.

In Neuseeland wird rationeller produziert

Nur ein Beispiel: In Neuseeland kann die Milch viel günstiger produziert werden. Dort herrscht das perfekte Klima, die Transportwege sind kurz, Futterkosten gering und die Höfe riesig. Auf einem neuseeländischen Hof leben durchschnittlich 414 Milchkühe. In Bayern sind es nur 39. Ein typischer bayerischer Bauer hat so Produktionskosten von rund 46 Cent pro Liter Milch. Der typische Neuseeländer liegt da bei gerade mal 30 Cent.

Der Export drückt den Preis

Wenn aber so viel bayerische Milch – zugelassen von der EU – auf den Markt kommt, dann muss die zu Dumpingpreisen verscherbelt werden. Das drückt den Milchpreis zusätzlich. Sind die bayerischen Bauern also selber schuld an ihrer Misere? Oder sind es doch wir als Verbraucher, die ihre Lebensmittel so günstig wie möglich kaufen wollen? Oder am Ende doch die neuseeländische Kuh?