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Universität Würzburg

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    Neue Studie der Uni Würzburg: Darmbakterien als Anti-Tumormittel

    Seit etwa 20 Jahren stehen Darmbakterien im Fokus der Forschung. Wissenschaftler der Universitäten Würzburg und Marburg haben jetzt in einer neuen Studie herausgefunden: Bakterien aus dem Darm können dabei helfen, Krebstherapien zu verbessern.

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    Von
    • Alisa Wienand
    • BR24 Redaktion

    Eine neue Studie der Universitäten Würzburg und Marburg könnte die Krebstherapie positiv verändern. Im Zentrum der Studie: Darmbakterien und damit zusammenhängend bestimmte Stoffwechselprodukte. Laut den Forschungsergebnissen können diese Stoffwechselprodukte die Immunzellen – sogenannte Killerzellen – aggressiver machen. Als Teil des Immunsystems ist es die Aufgabe der Killerzellen, für den Organismus schädliche Zellen gezielt zu töten. Wenn sie aggressiver gemacht werden, dann kann die Effizienz von Tumortherapien laut Uni Würzburg positiv beeinflusst werden.

    Untersuchungen sollen ausgedehnt werden

    Im Idealfall kann man den Therapie-Erfolg dann über die Zusammensetzung der Bakterienarten im Mikrobiom steuern, also in der gewaltigen Ansammlung von Bakterien im Darm. "Die Ergebnisse sind ein Beispiel dafür, wie Stoffwechselprodukte der Darmbakterien den Stoffwechsel und die Gen-Regulation unserer Zellen verändern und damit die Effizienz von Tumortherapien positiv beeinflussen können", sagt Maik Luu von der Uni Würzburg, der die Studie mit verantwortet hat. Bis die neuen Erkenntnisse zu neuen Therapien für Krebspatienten führen, ist es allerdings noch ein weiter Weg. In einem nächsten Schritt will das Forschungsteam zunächst das Spektrum der untersuchten Krebserkrankungen erweitern.

    Bakterien im Darm scheinbar mehrere Funktionen

    Das Mikrobiom, also die Ansammlung von Bakterien im Darm, steht seit circa 20 Jahren im Fokus der Forschung. Seitdem häufen sich laut Uni Würzburg die Befunde, dass das Mikrobiom nicht nur für die Verdauung von zentraler Bedeutung ist, sondern auch eine Vielzahl von Körperfunktionen steuert oder beeinflusst. Die Studie wurde von mehreren Stiftungen und Organisationen finanziell unterstützt. Die Ergebnisse hat das Forschungsteam in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

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