BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

#fragBR24💡 GesĂŒnder einkaufen mit dem Nutri-Score? | BR24

© BR24

Seit November soll eine Lebensmittelampel helfen, Waren im Supermarkt einfacher miteinander zu vergleichen. Aber kann man mit dem sogenannten Nutri-Score wirklich gesĂŒnder einkaufen?

20
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

#fragBR24💡 GesĂŒnder einkaufen mit dem Nutri-Score?

Seit November soll eine Lebensmittelampel helfen, Waren im Supermarkt einfacher miteinander zu vergleichen. Aber kann man mit dem sogenannten Nutri-Score wirklich gesĂŒnder einkaufen?

20
Per Mail sharen

Bei der großen Auswahl in SupermĂ€rkten ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Gerade die NĂ€hrstoffe in einigen Lebensmittel sind vielen ein RĂ€tsel. Ist MĂŒsli A gesĂŒnder als MĂŒsli B? Dank dem Nutri-Score sollen Verbraucher das jetzt auf den ersten Blick sehen können.

Auf die Vorderseite von Verpackungen können Firmen eine fĂŒnfstufige Farbskala mit den Noten A bis E drucken und damit angeben, wie das jeweilige Produkt bewertet wurde. Dabei kennzeichnet das grĂŒne A die gesĂŒndesten Lebensmittel und das rote E jene, die am schlechtesten abgeschnitten haben. “Die gesunde Wahl soll so leicht wie möglich werden”, formuliert BundesernĂ€hrungsministerin Julia Klöckner den Anspruch an das neue Bewertungssystem.

Nicht fĂŒr alle Lebensmittel geeignet

Die Lebensmittelampel ist vor allem fĂŒr stark verarbeitete Lebensmittel mit vielen Zutaten gedacht. Wer beispielsweise vor dem TiefkĂŒhlregal mit Fertiggerichten wie Pizza steht, soll kĂŒnftig die Produkte auf den ersten Blick einschĂ€tzen können. Einigen anderen Nahrungsmitteln wiederum wird das Label nicht gerecht. Die Stiftung Warentest erklĂ€rt, dass Olivenöl wegen seines Fettanteils von 100 Prozent eine schlechte Note erhalten wĂŒrde, denn seine ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren spielen bei der Berechnung keine Rolle. Auch andere positive Inhaltsstoffe wie Vitamine werden bei der Berechnung des Nutri-Scores nicht einbezogen.

Die Verbraucherzentralen bemĂ€ngeln außerdem, dass beim Nutri-Score NĂ€hrwerte nicht einzeln aufgefĂŒhrt werden und dass schlechte Werte in einem Bereich durch gute in anderen aufgewogen werden können.

Trotz der oben genannten Kritikpunkte wurde die EinfĂŒhrung des Nutri-Scores von VerbraucherschĂŒtzern ĂŒberwiegend positiv aufgenommen. Oliver Huizinga von Foodwatch lobt, dass sich mit dem Nutri-Score "in Deutschland zum ersten Mal eine verbraucherfreundliche und von unabhĂ€ngigen Wissenschaftlern entwickelte Kennzeichnung" durchsetze.

VerbraucherschĂŒtzer fordern EU-weite Lösung

Deshalb richtet sich die lauteste Kritik am Nutri-Score nicht gegen seine Schwachstellen, sondern gegen ihren freiwilligen Einsatz. Zwar ist die Nutzung der Lebensmittelampel in Deutschland gesetzlich geregelt, jedoch ist es jedem Hersteller selbst ĂŒberlassen, ob er sie auf seine Produkte drucken möchte oder nicht. Eine nur hierzulande geltende gesetzliche Verpflichtung ist nach europĂ€ischem Recht nicht möglich. BundesernĂ€hrungsministerin Klöckner hat angekĂŒndigt, dass sie sich im Rahmen der deutschen EU-RatsprĂ€sidentschaft fĂŒr die EinfĂŒhrung einer einheitlichen erweiterten NĂ€hrwertkennzeichnung in der EuropĂ€ischen Union einsetzen werde.

Eine Verpflichtung könnte sich positiv die Gesundheit der BĂŒrger Deutschland uns ganz Europas auswirken. In Frankreich gibt es den freiwilligen Nutri-Score bereits seit 2017. Dort hat eine Studie der UniversitĂ€ten Paris, Grenoble und Borbigny ergeben, dass eine flĂ€chendeckende EinfĂŒhrung des Nutri-Scores die Kalorienaufnahme um neun Prozent senken könnte. Damit einher gingen aus weniger TodesfĂ€lle auf Grund von ernĂ€hrungsbedingten Krankheiten.

"DarĂŒber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend ĂŒber das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!