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Magnesium, Zink, Vitamine - Das Riesengeschäft mit Präparaten | BR24

© dpa/Jochen Zick

Nahrungsergänzungsmittel gibt es von vielen Herstellern als Pillen, Saft und Brausetabletten.

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    Magnesium, Zink, Vitamine - Das Riesengeschäft mit Präparaten

    Jeder dritte Deutsche greift zu künstlichen Vitaminen und Mineralstoffen. Und jeder Zweite ist sich sicher, dass Nahrungsergänzungsmittel auf keinen Fall schaden. Aber Experten warnen: Zu viele Vitaminpillen können ungesund sein.

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    Nahrungsergänzungsmittel haben ein großartiges Image: Sie versorgen uns mit wichtigen Nährstoffen, fördern das Gedächtnis, halten uns fit und spenden Kraft - das versprechen zumindest die Hersteller. Und machen damit viel Geld.

    Nahrungsergänzungsmittel sind meist überflüssig

    Ernährungswissenschaftler aber sagen, dass künstliche Präparate in einer Überflussgesellschaft wie Deutschland nicht nötig sind, weil sich die meisten Menschen ausgewogen ernähren. Ausnahmen bilden alte Menschen, die wenig essen, Säuglinge oder Frauen in der Schwangerschaft, die Folsäure einnehmen sollten.

    "Jeder von uns konsumiert 200 Kilogramm Obst und Gemüse pro Jahr. Wir trinken 40 Liter Saft und sind damit Saft-Weltmeister. Wir haben eine vernünftige Ernährung. Trotzdem greifen viele Menschen zu Nahrungsergänzungsmitteln, die ein Heidengeld kosten." Gerd Glaeske, Professor für Gesundheitswissenschaft an der Universität Bremen

    Vitaminpillen sind keine Medikamente

    Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel, auch wenn ihre Verpackung ähnlich aussieht. Vitaminpillen unterliegen lediglich dem Lebensmittelrecht - ähnlich wie eine Pizza oder ein Laib Brot beim Bäcker. Die Hersteller haben also viel Freiheit, was die Zusammensetzung der künstlichen Präparate angeht.

    "Beim Arzneimittel wird es, bevor es auf den Markt kommen darf, erstmal auf Herz und Nieren geprüft und muss in einem langen Verfahren zugelassen werden. Nahrungsergänzungsmittel werden nicht zugelassen." Evelyn Breitweg-Lehmann vom Bundesamt für Verbraucherschutz in Braunschweig

    Nahrungsergänzungsmittel können gefährlich sein

    Die meisten Präparate, die in Supermärkten, Drogerien oder Apotheken angeboten werden, sind recht hoch dosiert. Darauf weist Stiftung Warentest 2017 hin. Damit steigt das Risiko, dass synthetische Vitamine Nebenwirkungen hervorrufen oder mit anderen Präparaten - beispielsweise mit Medikamenten - ungünstige Wechselwirkungen eingehen.

    "Bei Vitamin E scheint es so zu sein, dass sehr hohe Zufuhrmengen, die über freiverkäufliche Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden können, eher ungünstig sind für die Herzleistung und das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen." Bernhard Watzl, Ernährungswissenschaftler am Max-Rubner-Institut in Karlsruhe

    Weitere Beispiele:

    • Zu viel Vitamin A kann zu Kopfschmerzen, Übelkeit oder Müdigkeit führen.
    • Zu viel Vitamin B12 kann Hautreizungen hervorrufen.
    • Zu viel Vitamin C verursacht Durchfall.
    • Zu viel Vitamin D kann zu Nierensteinen oder sogar Nierenversagen führen.

    Statt viel Geld für Tabletten, Säfte und Pulver mit vermeintlichem Gesundheitsplus auszugeben, empfehlen Experten ein altbekanntes Rezept: Ausreichend Schlaf, genügend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung.