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Nachgefragt: Was bedeuten die neuen Corona-Zahlen? | BR24

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Vorm Coronatest

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    Nachgefragt: Was bedeuten die neuen Corona-Zahlen?

    6.638 Neuinfektionen in 24 Stunden: Wie in den Nachbarländern machen die Corona-Zahlen jetzt auch bei uns vielen Angst. Was genau sagen sie aus? Wie könnte es weitergehen? Gibt es auch gute Nachrichten? Fünf Fragen an BR-Expertin Jeanne Turczynski.

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    6.638 Neuinfizierte: das sind gut zehnmal so viele wie noch im Spätsommer. Wie lässt sich das einordnen?

    Die Zahlen damals und heute sind nur bedingt vergleichbar. Denn es wird nicht nur mehr, sondern auch viel breiter getestet. Man findet Corona-Fälle, die kaum oder keine Symptome haben - die wären im Frühjahr einfach durchgerutscht. Allerdings steigt nicht nur die Zahl der erkannten Infizierten, sondern auch der prozentuale Anteil an der Gesamtzahl.

    Gesamtzahl, Anteil - was heißt das konkret?

    Ein Beispiel: Anfang August wurden in Deutschland 600.000 Menschen pro Woche getestet - ein Prozent war positiv. Letzte Woche wurden knapp doppelt soviele untersucht und 2,5 Prozent waren positiv - ein durchaus beunruhigender Befund.

    Die gute Nachricht: es wurden zuletzt mehr junge Menschen infiziert, bei denen die Krankheit meist weniger schwer verläuft. Und wir wissen heute mehr über Covid-19, haben inzwischen auch ein Repertoire an Behandlungsmöglichkeiten.

    Wie hoch ist denn die Sterberate?

    Die ist im Vergleich zum Frühjahr deutlich gesunken und lag in den letzten Monaten immer deutlich unter einem Prozent. Das hängt natürlich auch mit der Mehrheit jüngerer Infizierter zusammen. Nach wie vor gilt: Über 60 steigt das Risiko massiv an - ältere Menschen zu schützen sollte also weiter hohe Priorität haben.

    Und wie groß ist der Anteil der Infizierten mit schweren Verläufen?

    Die einzige definitive Zahl, die wir dazu haben, ist die Belegung der Intensivbetten, und da sieht es im Moment noch gut aus: Auf 600 belegte kommen 9.000 freie Intensivbetten - bei allerdings schnell steigender Belegungsquote.

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    BR-Gesundheitsexpertin Jeanne Turczynski

    Müssen wir befürchten, dass die Zahlen weiter so rasant steigen wie in den letzten Tagen?

    Zunächst muss man sich vor Augen halten, dass auch die aktuellsten Zahlen immer die Ansteckungssituation vor rund zehn Tagen abbilden. Auch die Wirksamkeit der zuletzt beschlossenen Maßnahmen werden wir also frühestens in zehn Tagen beurteilen können. Die Zahl der Kranken wird jetzt also erstmal steigen - da führt kein Weg dran vorbei. Viele von uns waren in der letzten Zeit doch etwas leichtsinnig.

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