Zurück zur Startseite
Wissen
Zurück zur Startseite
Wissen

Cholera-Epidemien - Gefahr für Katastrophengebiete | BR24

© picture alliance/Kate Bartlett/dpa

Cholera wird durch verunreinigtes Wasser hervorgerufen

Per Mail sharen

    Cholera-Epidemien - Gefahr für Katastrophengebiete

    Die Welt wird die alten Seuchen nicht los. Auch Cholera existiert noch und kann immer wieder zu einer Epidemie werden. Vor allem in Katastrophengebieten wird die Krankheit zu einer Bedrohung für die Bevölkerung.

    Per Mail sharen

    Cholera steht in engem Zusammenhang mit den hygienischen Zuständen, in denen die Menschen leben. Die Durchfallerkrankung wird durch verseuchte Lebensmittel und verseuchtes Wasser übertragen. Sie kann binnen Stunden zum Tod führen, wenn die Erkrankten nicht schnell Flüssigkeit zugeführt bekommen. Ein Ausbruch kann nicht nur in Gebieten vorkommen, deren hygienische Bedingungen durch Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Wirbelstürmen brachliegen. Sie bricht auch da aus, wo Menschen grundsätzlich keinen Zugang zu sauberem Wasser haben.

    Entwicklungsländer von Cholera betroffen

    In Europa ist die Cholera weitgehend besiegt, doch in Entwicklungsländern, vor allem in Krisengebieten, ist sie nach wie vor existent. Zu den klassischen Cholera-Zentren zählt das Einzugsgebiet des Ganges, das sich über Indien, China, Nepal und Bangladesch erstreckt. Dort tritt die Seuche regelmäßig auf. Auch in Südamerika sowie Nord- und Zentralafrika sind Infektionen möglich.

    Cholera - die Pest des 19. Jahrhunderts

    Die Cholera gilt als die große Epidemie des 19. Jahrhunderts, die ähnlich großen Schrecken verbreitete wie zuvor die Pest. Um 1830 griff die Epidemie von Indien aus nach Europa über. Einfallstor war das russische Reich, bald erreichte die Krankheit auch Polen und Preußen inklusive Berlin, wo der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel 1831 daran starb. In Bayern kam die Seuche wenige Jahre später an - allerdings aus Richtung Italien. 1836 erfasste sie München. Auf diese Krankheitswelle in den Dreißigerjahren folgten weitere bis zum Ende des Jahrhunderts.

    Cholera auf der Spur

    Dem britischen Arzt John Snow fiel 1855 auf, dass sich die Erkrankungen im Londoner Armenviertel Soho auf den Bereich einer einzigen Wasserpumpe konzentrierten und vermutete eine Verunreinigung des Wassers mit Fäkalien. Obwohl etwa zeitgleich in München der Mediziner Max von Pettenkofer eine Übertragung übers Wasser für ausgeschlossen hielt und stattdessen aufsteigende Fäkalgase aus feuchtem Erdreich für den Übeltäter hielt, tat er doch das Richtige. Pettenkofer ließ Abtrittsgruben abdichten und führte die Kanalisation ein. Dass die Ansteckung doch übers Wasser erfolgt, wies später Robert Koch nach, der auch den Krankheitserreger, das Bakterium Vibrio cholerae, identifizierte.

    Wirksame Cholera-Mittel seit 1928

    Ein wirksames Mittel gegen die bakteriell verursachten Seuchen Cholera und auch Typhus ist längst gefunden. Seit Alexander Fleming 1928 das Penicillin entdeckte und nachfolgend weitere Antibiotika entwickelt wurden, können diese Krankheiten in der Regel gut geheilt werden.

    Was Sie über Cholera wissen müssen!

    • Symptome: Cholera-Symptome setzen plötzlich und heftig ein. Unerwartet starke Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, hohes Fieber, starker Durchfall und meist auch Erbrechen können vor allem in Risikogebieten der Beginn einer Choleraerkrankung sein. Innerhalb nur eines Tages können Cholerakranke bis zur Hälfte ihres Gewichts verlieren.
    • Inkubationszeit: Die Phase zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit dauert von wenigen Stunden bis zu fünf Tagen.
    • Ursache: Verursacht wird Cholera von Bakterien, die ein Gift produzieren, welches wiederum die Darmzellen schädigt. Der Verlust lebenswichtiger Salze ist die Folge. Der Körper verliert zusätzlich Wasser.
    • Erste Hilfe: Am wichtigsten ist es, den immens hohen Flüssigkeitsverlust auszugleichen und dem Körper auch wieder die salzhaltigen Elektrolyte und Glukose zuzuführen. Dafür kann man in einer ersten Selbsthilfe Wasser salzen und zuckern.
    • Heilungschancen: Wird rechtzeitig behandelt, stehen die Chancen für eine Heilung sehr gut. Der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust kann mit Infusionen wieder ausgeglichen werden. Auch Antibiotika wirken gegen die Krankheit. Unbehandelt sterben etwa 60 Prozent der Infizierten.
    • Vorbeugung: Da die Infektion hauptsächlich über mit Fäkalien verunreinigtes Wasser erfolgt, steht Hygiene an erster Stelle - beim Trinken und auch beim Essen. Abkochen von Wasser und Lebensmitteln sollte deshalb oberstes Gebot sein. Grundsätzlich kann man sich impfen lassen, was aber für Touristen meist nicht nötig ist.