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Tuberkulosebakterien

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    Mysteriöse Geschwüre: Epidemie in Australien weitet sich aus

    Buruli-Ulkus ist ein seltene Infektionskrankheit – eigentlich nur aus den Tropen bekannt. Nun breitet sich das Bakterium im Südosten Australiens aus. 275 Fälle gab es allein im vergangenen Jahr. Von Andi Stummer

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    275 Fälle der Krankheit, das ist ein Anstieg um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Hotspot für „Buruli ulkus“ in Australien ist das Küstengebiet in der Nähe von Melbourne.

    Auslöser: Mycobacterium ulcerans

    Das Mycobacterium ulcerans ist verwandt mit den Erregern von Lepra und Tuberkulose. Die Infektion wütet in der Fettschicht zwischen Haut und Muskel und zerstört das umliegende Gewebe, bevor es als Geschwür durch die Haut nach außen tritt. 

    Hilfe durch Antibiotika

    Eine zwei Monate lange Antibiotika-Therapie hilft bei der Behandlung - meist aber muss operiert werden. „Buruli ulkus“ ist in West- und Zentralafrika weit verbreitet, tritt aber auch im Südosten Australiens auf.

    “Es handelt sich um eine gewebezerstörende Infektion, die erst die Haut, dann das darunter liegende Gewebe, selbst Knochen angreift und sich – falls sie nicht behandelt wird - immer weiter ausbreitet. Die Geschwüre sind so aggressiv, dass sie schnell einen ganzen Arm oder ein ganzes Bein befallen können.” Daniel O’Brian, Bakteriologe, Universität Melbourne

    Wie das Bakterium auf den Menschen übertragen wird, ist bisher nicht bekannt. Es könnte an Moskitos liegen, Pfützen mit Brackwasser, an den Ausscheidungen von Opossums.

    “Das Problem ist, dass Infektionen häufiger und schlimmer werden. Wir haben es mit einer sich schnell ausbreitenden Epidemie zu tun, wir brauchen Antworten und mehr Forschungsgelder.“ Daniel O’Brian, Bakteriologe, Universität Melbourne

    Schutz bietet derzeit in Australien nur Körper bedeckende Kleidung in Küstengebieten, um so Kratzer oder Hautabschürfungen zu vermeiden.