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Muss mich der Zahnarzt auch in Corona-Zeiten behandeln? | BR24

© Picture Alliance/Christin Klose

Der Zahnarzt muss grundsätzlich immer behandeln.

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    Muss mich der Zahnarzt auch in Corona-Zeiten behandeln?

    Viele Patienten sagen Termine beim Zahnarzt derzeit von sich aus ab, weil sie wegen Corona verunsichert sind. Doch wie ist eigentlich die genaue Rechtslage, wenn ich plötzlich Zahnschmerzen habe?

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    Steht ein Termin beim Zahnarzt an, sind derzeit viele Menschen verunsichert. Schließlich sollen Patienten in Zeiten von Corona nur in dringenden Fällen in die Praxis kommen. Den Zahnarzttermin sagen viele von sich aus ab, doch wie genau sieht eigentlich die Rechtslage aus, wenn ich plötzlich Zahnschmerzen habe? Kann ich dann trotzdem zum Arzt? Muss er mich behandeln? Wie ist das, wenn ich mich infiziert habe?

    Wenn ich plötzlich Zahnschmerzen habe, kann ich dann trotzdem zum Arzt?

    Wenn ein Patient Zahnschmerzen hat, muss ihn der Zahnarzt grundsätzlich auch behandeln. Er ist dazu verpflichtet. Weigert sich der Zahnarzt, macht er sich unter Umständen sogar strafbar, wegen unterlassener Hilfeleistung (§ 323 c Strafgesetzbuch). Die Behandlung muss dem Zahnarzt dabei zumutbar sein.

    Nach Angaben der Bundeszahnärztekammer ist eine Infektionskrankheit aber in der Regel kein Grund, in Notfällen die Behandlung zu verweigern. Vor allem deshalb, weil in Zahnarztpraxen ohnehin immer im normalen Alltagsbetrieb bestimmte Hygieneregeln gelten und Schutzmaßnahmen getroffen werden, um Infektionen zu vermeiden.

    Der Zahnarzt muss auch Infizierte behandeln, aber...

    Gilt die Behandlungspflicht auch für Patienten, die sich mit Sars-CoV-2 infiziert haben?

    Wenn ein Patient mit Schmerzen in die Praxis kommt, beziehungsweise ihm gesundheitliche Schäden drohen, muss der Zahnarzt ihn grundsätzlich auch dann behandeln, wenn er sich infiziert hat. Aber auch hier gilt: Die Behandlung muss dem Zahnarzt und seinem Personal zumutbar sein.

    Das wiederum ist gar nicht so einfach zu beantworten. Das hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Wie groß ist die Gefahr, dass sich Arzt und Personal oder andere Patienten anstecken? Gibt es in der Praxis genügend Schutzausrüstung für das Personal? Wie stark sind die Schmerzen des infizierten Patienten beziehungsweise wie gravierend ist der Notfall? Sind andere, gut ausgerüstete Notfallpraxen oder Kliniken schnell erreichbar?

    In Extremfällen, wenn es sich um einen erheblichen Notfall handelt und entsprechend gut ausgerüstete Praxen oder Kliniken nicht schnell genug erreichbar sind, kann ein Zahnarzt sogar verpflichtet sein, Ansteckungsrisiken einzugehen, so die Auskunft der Bundeszahnärztekammer. Ganz wichtig in solchen Fällen: unbedingt vorher den Zahnarzt anrufen und mit ihm alles besprechen.

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