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Bakterien auf der ISS sind ganz normal, auch wenn Astronauten wie Alexander Gerst regelmäßig die Oberflächen putzen.
© ESA/NASA

Autoren

Yvonne Maier
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Bakterien auf der ISS sind ganz normal, auch wenn Astronauten wie Alexander Gerst regelmäßig die Oberflächen putzen.

400 Kilometer über unseren Köpfen zieht die Internationale Raumstation, die ISS, ihre Bahnen. Draußen herrscht eine lebensfeindliche Umgebung.

Innerhalb der Station aber, fühlen sich nicht nur Raumfahrerinnen und Raumfahrer wohl, sondern auch Bakterien, multiresistente Bakterien zumal. Das konnte nun eine neue Studie aus Großbritannien zeigen. Dazu haben die Forscherinnen und Forscher Proben aus der Weltraumtoilette und vom Fitness-Laufband untersucht. Gefunden haben sie das Bakterium Enterobacter, das auch ein typischer Krankenhauskeim sein kann.

(Noch) nicht gefährlich

Die auf der ISS gefunden Bakterien sind zwar grundsätzlich nicht gesundheitsgefährdend, haben aber theoretisch das Potential, Infektionen auszulösen. Hier auf der Erde sind besonders verletzliche Patienten wie Frühgeborenen oder frisch operierten Menschen gefährdet. Besonders problematisch für die Astronauten: Die Enterobacter-Keime, die auf der ISS gefunden worden sind, waren auch multiresistent, das bedeutet, sie sprechen auf gängige Antibiotika nicht mehr an.

"Für zukünftige Missionen muss man das im Auge behalten, weil sie möglicherweise eine Auswirkung auf die Gesundheit haben könnten. Aber momentan sind sie nicht ansteckend oder übertragbar." Dr. Nitin Singh, California Institute of Technology, USA

Dabei stellt sich auch die Frage, ob die Lebensbedingungen an Bord der ISS, zum Beispiel die Schwerelosigkeit, die Bakterien gefährlicher machen können.