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Gesund, frisch, mit mehr Genuss: Corona verändert Essverhalten | BR24

© Picture Alliance/dpa/Kirsten Nijhof

Obst, Gemüse, weniger Süßes: In der Corona-Krise fallen die Einkäufe gesünder aus.

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    Gesund, frisch, mit mehr Genuss: Corona verändert Essverhalten

    Viele Bayern essen anders seit Corona: Gesünder und frischer. Sie kaufen regionale Produkte. Das hat das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK festgestellt. Zahlen des statistischen Landesamtes bestätigen den Trend. Warum ist das so?

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    Wenn wir der Corona-Pandemie überhaupt etwas Gutes abgewinnen können, dann dies: Die Bayerinnen und Bayern ernähren sich seit der Krise bewusster und gesünder. Sie kaufen frische Produkte wie Obst und Gemüse, achten auf Qualität und essen weniger Süßes. Das sagt zumindest das Marktforschungsinstitut GfK in Nürnberg. Zahlen des bayerischen Landesamtes für Statistik beweisen den Trend.

    Mehr Obst und Gemüse – weniger Kekse, Kuchen und Süßes

    Grundsätzlich haben die Bayern mehr Lebensmittel, Getränke (alkoholisch und nicht-alkoholisch) und Tabak gekauft seit der Corona-Pandemie. Höhepunkt waren laut Landesamt für Statistik die Monate März/April, also die Zeit des Lockdowns. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Umsatz insgesamt dieser Waren um 19 (März) bzw. 17 Prozent (April) zugenommen.

    Gesund und frisch wollen die Bayern offenbar durch die Krise kommen. Sie essen mehr Obst, Gemüse und Kartoffeln, wenn überhaupt Fleisch, dann qualitativ hochwertig und deutlich weniger Süßes. So sind allein im April gut 40 Prozent weniger Back- und Süßwaren in Bayern gekauft worden als noch 2019, teilt das Landesamt für Statistik mit.

    Der Bundesverband des deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) bestätigt den Trend: Die Deutschen haben in den vergangenen Monaten weniger Kuchen, Kekse, Chips und andere Knabbereien gegessen.

    Supermärkte beobachten gesundes Einkaufen ihrer Kunden

    Auch Bayerns Supermärkte beobachten, dass ihre Kunden anders Lebensmittel einkaufen. "Wenn der Italiener um die Ecke zu hat, dann kocht man eben zu Hause italienisch. Dann wird Pasta besorgt und eine leckere Flasche Rotwein geöffnet. Und frisch wird gekocht. Das merken wir auch jetzt noch bei uns an der Kasse", sagt Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern. Seit dem Lockdown hätten die Bayern ihre Kochkünste neu oder wiederentdeckt.

    Kohl-, Wurzel- und Zwiebelgemüse sind laut Marktforschungsinstitut GfK besonders beliebt in der Corona-Zeit. Beim Obst sind es vor allem Beeren, Bananen, Zitrusfrüchte und Steinobst wie Kirschen, Pflaumen, Nektarinen. Gerade bei den Jüngeren und Berufstätigen haben Pandemie und Lockdown ein intensives Nachdenken über die Ernährung ausgelöst, stellt die GfK fest. Wobei es den Trend zu weniger Fleisch und gesünderem Essen schon vorher gab.

    Süßes für die Psyche – Corona-Rolle an den Hüften

    Fragt man die Münchner auf der Straße, überlegen sie kurz und einige stellen fest: Ja, sie haben tatsächlich anders Lebensmittel gekauft. Aber nicht jeder isst dadurch unbedingt immer gesünder. Die eine isst viel mehr Obst und Gemüse, nimmt sich auch mehr Zeit für das Essen. Andere kaufen Lebensmittel genauso wie schon vor Corona. Und wieder andere gönnen sich seit der Pandemie doch mal mehr Süßes. "Ich esse jetzt gerne mal ein Stück Kuchen. Wegen der Psyche, damit es mir besser geht", erzählt eine ältere Frau. "Aber dadurch merke ich auch jedes Pfund. Ich habe mir schon eine Corona-Rolle angefuttert", erzählt sie lachend.

    Dabei meldet die Süßwarenindustrie Einbrüche seit Corona. Laut Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) sind Weingummi, Chips und Eis out. "Die Auftragslage war aufgrund der Coronavirus-Krise stark rückläufig. 62 Prozent der Unternehmen verzeichnen im ersten Halbjahr 2020 einen Rückgang der Auftragslage, für das zweite Halbjahr 2020 erwarten immer noch 51 Prozent eine schlechtere Auftragslage als ein Jahr zuvor", teilt der BDSI mit.

    Ein Grund dafür ist aber auch, dass diese Knabbereien in Kinos, an Bahnhöfen und auf Volksfesten an den Mann oder die Frau gebraucht werden. Das fällt in der Pandemiezeit so gut wie weg.

    Mehr Alkoholkonsum seit Corona: Wein, Bier und Gin sind beliebt

    Nach dem Motto "Gönn dir was!" haben sich auch bei den alkoholischen Getränken Vorlieben während der Krise entwickelt. Gin, Bier und Wein stehen ganz weit oben. Dagegen knallen Sekt- und Champagnerkorken zur Zeit eher selten. "Groß zu feiern gibt es ja auch nichts", sagt Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern.

    Aber vielleicht nehmen wir das positiv aus der Corona-Krise mit: gesund Essen mit frischen, regionalen Produkten und das auch noch mit viel Zeit und Genuss.

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