Zwei Impffläschen: Moderna und Biontech/Pfizer

Der Moderna-Impfstoff schützt vielleicht besser vor einer Ansteckung mit der Delta-Variante.

Bildrechte: picture alliance / TT NEWS AGENCY | Johan Nilsson/TT
    > Wissen >

    Moderna schützt vielleicht besser gegen Delta-Infektion

    Moderna schützt vielleicht besser gegen Delta-Infektion

    Manchmal kommt es zu Impfdurchbrüchen - das heißt, dass sich Menschen mit dem Sars-CoV-2-Virus anstecken, obwohl sie vollständig geimpft sind. Neue Studien lassen nun vermuten, dass das beim Moderna-Impfstoff seltener passiert als bei Biontech.

    Das wichtigste Ziel der Impfstoffentwicklung war, schwere Krankheitsverläufe zu verhindern - und das erreichen sie auch zuverlässig. Das ist das Fazit zweier Studien, die gerade veröffentlicht worden sind. Doch wie gut verhindern die Impfstoffe, dass man sich ansteckt? Es kommt darauf an, so die Forscherinnen und Forscher. Momentan scheint es danach auszusehen, als ob der Impfstoff von Moderna ein bisschen besser gegen eine Ansteckung mit der Delta-Variante wirkt als der zweite mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer.

    Mehr Antikörper durch Moderna-Impfung

    Verglichen wurden in beiden Studien die mRNA-Impfstoffe Moderna und Biontech, die beide denselben Wirkmechanismus haben. In einem belgischen Krankenhaus wurden die Mitarbeitenden in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine erhielt den Impfstoff von Moderna, die andere den von Biontech/Pfizer. Insgesamt wurden 1.647 Personen in die Studie aufgenommen.

    Nachdem die Teilnehmenden doppelt geimpft waren, wurde die Menge an Antikörpern im Blut gemessen. Das Ergebnis: die mit Moderna Geimpften hatten mehr Antikörper produziert - etwa zweimal so viel. Darüber hinaus gab es einen Zusammenhang mit dem Alter. Menschen unter 35 Jahren entwickelten mehr Antikörper als Ältere.

    Weniger Impfdurchbrüche mit Moderna

    Eine zweite Studie hat ganz unabhängig davon die Impfdurchbrüche in mehreren Staaten in den USA untersucht und auch die zwei mRNA-Impfstoffe miteinander verglichen. Die Studie ist als Preprint veröffentlicht, also noch nicht von Fachkollegen überprüft worden.

    Demnach sei der Unterschied zwischen Moderna und Biontech/Pfizer vor allem bei der Delta-Variante deutlich zu sehen. Beide Impfstoffe wirken zwar gegen diese Variante schlechter. Aber bei Moderna schützte der Impfstoff immerhin noch zu 76 Prozent vor einer Ansteckung, bei Biontech/Pfizer fiel der Schutz auf 42 Prozent.

    Höhere Impfstoffdosis bei Moderna

    Was genau diese Ergebnisse tatsächlich bedeuten, ist bislang noch nicht abzusehen, das sagen auch die Forscherinnen und Forscher der beiden Studien. Die Antikörper-Antwort des Immunsystems ist beispielsweise nur ein Teil der Abwehr. T-Zellen, die das Virus selbst attackieren und zerstören können, wurden bei der belgischen Studie überhaupt nicht erhoben. Und insgesamt ist die Zahl der Impfdurchbrüche in der Untersuchung aus den USA bei den Geimpften viel kleiner als die Infektionen der Ungeimpften, was grundsätzlich die große Wirksamkeit der Impfstoffe bestätigt. Vor schweren Verläufen schützen beide mRNA-Impfstoffe weiterhin.

    Der Grund dafür, dass Moderna-Impfungen möglicherweise besser wirken, könnte daran liegen, dass in einer Moderna-Impfdosis etwa drei Mal so viel mRNA enthalten ist als in Biontech/Pfizer. Das führt vielleicht zu einer besseren Impfreaktion und damit zu der größeren Menge an Antikörpern, so die Autorinnen und Autoren beider Studien.

    "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!