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Mission Sirius: Reise zum Mond als Langzeitexperiment | BR24

© IMBP

Drei Raumfahrerinnen und drei Raumfahrer der Mission Sirius

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    Mission Sirius: Reise zum Mond als Langzeitexperiment

    Sechs Kosmonauten sollen vier Monate lang den Mond erforschen. Allerdings nicht real vor Ort: Die Mission Sirius ist eine Simulation. Sie soll zeigen, wie Menschen reagieren, wenn sie lange Zeit isoliert auf engem Raum zusammenleben.

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    Nachdem sie die "Umlaufbahn" des Mondes erreicht haben, erforschen die Kosmonauten den Erdtrabanten vier Monate lang, inklusive Spaziergang auf seiner Oberfläche, Einsatz eines ferngesteuerten Rovers und zahlreichen Experimenten. Das Langzeitexperiment ist ein Projekt der Raumfahrtorganisationen aus den USA, Russland, Frankreich und Deutschland.

    Optimales Lauftraining für Raumfahrer-Hirne

    Deutsche Kosmonaut(inn)en nehmen nicht an der Mission Sirius teil. Sieben Experimente des Projekts stammen jedoch aus Deutschland. Für Vera Abeln von der Deutschen Sporthochschule in Köln zum Beispiel werden sich die sechs Versuchspersonen jeden Tag eine halbe Stunde auf ein Laufband stellen. Die ersten zwei Monate im Modus "Intervalltraining", die anderen beiden Monate bei gleichbleibender Geschwindigkeit. Abeln hat bereits eine Hypothese: Das Intervalltraining macht die Kosmonauten nicht nur fitter, sondern beeinflusst auch ihre Stimmung und Gehirnleistung.

    "Wir sehen, dass das Intervalltraining in der Herz-Kreislauffunktion einen besseren Effekt hat, was auch mit einer besseren Durchblutung und Sauerstoffversorgung einhergeht." Vera Abeln, Deutsche Sporthochschule Köln

    Das betrifft natürlich auch das Gehirn: Wenn es besser durchblutet ist, steigt wahrscheinlich auch dessen Leistung.

    Schlafen im Dienste der Wissenschaft

    Auch der Schlafforscher Ingo Fritze von der Charité in Berlin hat ein Experiment zur Mission Sirius beigesteuert. Er lässt im Laufe der Simulation vier Mal den Nachtschlaf der eingeschlossenen Versuchspersonen stören und einen Monat nach Ende des Sirius-Projekts noch einmal. Entweder dürfen sie dann nur fünf Stunden schlafen und müssen dann aufstehen. Oder sie werden während der Nacht jede Stunde geweckt, müssen einen Fragebogen ausfüllen und dürfen nach ein paar Minuten wieder einschlafen.

    Ist zu wenig oder zu schlechter Schlaf schlimmer?

    Fritze will wissen, was schlimmere Folgen auf die Konzentrationsfähigkeit hat: Kurzer Schlaf oder gestörter Schlaf? Außerdem will er herausfinden, welchen zusätzlichen Einfluss die Isolation hat. Eine Vermutung hat der Schlafforscher schon aus Voruntersuchungen aus Berlin: Vielen Versuchspersonen fiel es dort leichter, jede Stunde geweckt zu werden, als insgesamt einen zu kurzen Schlaf zu bekommen. Ob das in der Isolation genau so ist, wird sich zeigen.

    Training für Andockmanöver im Orbit des Mondes

    Ein weiteres Experiment stammt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Dabei trainieren die Kosmonauten, einen unbemannten Weltraumfrachter an ihre "Raumkapsel" anzukoppeln. Ein anderes Experiment soll klären, auf welchen Oberflächen sich Mikroben am besten vermehren. Das wollen die Forscher verhindern, denn Mikroorganismen können das Material der Raumstation und die Gesundheit der Raumfahrer angreifen.

    Nach fünfzig Tagen Mission dürfen vier der Kosmonauten schließlich auf der simulierten Mondoberfläche landen, und zwar in voller Montur mit Raumanzug. Nach vier Monaten Isolation geht es wieder zurück zur Erde nach Moskau, wo sich für die sechs Raumfahrer schließlich die Tür zur Außenwelt wieder öffnet.