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Anflug und Weg von MASCOT auf Ryugu, Aufnahme Richtung Osten
© JAXA/U Tokio/Kochi U/Rikkyo U/Nagoya U/Chiba Inst Tech/Meiji U/UAizu/AIST

Autoren

Jan-Claudius Hanika
© JAXA/U Tokio/Kochi U/Rikkyo U/Nagoya U/Chiba Inst Tech/Meiji U/UAizu/AIST

Anflug und Weg von MASCOT auf Ryugu, Aufnahme Richtung Osten

Die Messdaten, die MASCOT von dem 300 Millionen Kilometer entfernten Ryugu gesendet hat, überraschten die beteiligten Wissenschaftler: Der Asteroid besteht aus deutlich härterem und gröberem Material als erwartet. "Dieses Material gibt uns einiges an Rätseln auf", sagte DLR-Planetenforscher Ralf Jaumann. Die Konsistenz des schwarzen Gesteins, das aus den ersten hundert Millionen Jahren unseres Sonnensystems stammt, ist ersten Datenauswertungen zufolge mit Braunkohle zu vergleichen. Erwartet worden war der Härtegrad von Zigarettenasche.

Härter als gedacht

Die japanische Sonde Hayabusa 2, die MASCOT über Ryugu abgeworfen hatte, soll sehr dicht an den Asteroiden heranfliegen, Materialproben aufnehmen und diese im Jahr 2020 zurück zur Erde bringen. Die von MASCOT gewonnenen Daten machen die geplante Landung nicht einfacher. "Das wird unseren japanischen Kollegen viel zum Nachdenken geben", sagte Jaumann.

Hüpfend über Asteroiden

Die Muttersonde Hayabusa 2 hatte den nur 30 mal 30 mal 20 Zentimeter großen MASCOT-Lander am 3. Oktober aus 51 Metern Höhe über dem 900 Meter großen Asteroiden abgeworfen. Mithilfe eines neuartigen Schwungarms konnte sich das Modul auf dem Asteroiden hüpfend fortbewegen. Die Messdaten zeigen bis zu einen Meter hohe Sprünge. Die Wissenschaftler erhoffen sich von der deutsch-französisch-japanischen Mission neue Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems sowie über die Möglichkeit, einen Asteroiden abzuwehren, sollte eine Kollision mit der Erde drohen.